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Scharfschwerdtstraße 43

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Notizen

Von K.P. am 27. Mai 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Postdemokratische Verhältnisse auf Kreisklasseniveau funktionieren so: über 20 Kandidaten für das Amt stellen sich vor - und am Ende heißt der neue Landrat im Kreis Oberhavel Weskamp.

Im Koalitionsvertrag der Großen Koalition stehen die Spielregeln, die es zu unerwarteten Mehrheiten auf Grund von Qualifikationsüberraschung durch einen auswärtigen Kandidaten gar nicht erst kommen lassen:

Im Falle des Nichterreichens des Quorums in der Stichwahl zur Landratswahl einigt sich die Koalition unter Berücksichtigung des Stichwahlergebnisses auf eine Kandidatin/einen Kandidaten aus der Koalition. Wenn der neugewählte Landrat/die neugewählte Landrätin aus einer der Parteien der Koalition kommt, werden die Beigeordneten im Wechsel zwischen der anderen Koalitionsfraktion und der Landratsfraktion vorgeschlagen

Von K.P. am 22. Mai 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Wer gestern Kathrin Oertel, das frühere Mitglied des Pegida-Orga-Teams, bei Maybritt Illner gesehen hat, konnte merken, dass es aus ihr herausplatzen möchte. Man müsse gut recherchieren und die wahren Ursachen für die Krise, für Krieg und Flüchtlingsströme erkennen. Die wahren Ursachen ...

Wie die aussehen, hat sie schon im April ausgeplaudert.

Im Laufe des Gesprächs wandte sich Oertel gegen Kritik am Islam und an den Asylsuchenden. Statt diese zu attackieren, sollten die Bürger die wahren Ursachen erkennen und sich diesen annehmen. Was sie für die wahren Ursachen hält, legte Oertel auch gleich in aller Deutlichkeit dar. »Die Zionisten und ihr Finanzsystem« seien der tatsächliche Grund für »Krieg und Vertreibung».

Von K.P. am 10. Mai 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Gesetzt, es gibt eine Krise der repräsentativen Demokratie und immer mehr Menschen fragen sich: wessen Herrschaft, wessen Interessen werden vertreten ... warum nehmen dann in einer im Berliner Speckgürtel gelegenen Brandenburger Provinzgemeinde mit 8000 Einwohnern nicht einmal 50% der Wähler bei Gelegenheit einer Bürgermeisterwahl ihr Wahlrecht wahr?

Die Bürgermeisterwahl war nötig, weil der Amtsinhaber wegen Korruptionsverdacht zurückgetreten war, der Anlass war also außergewöhnlich, in der Presse und der aktiven Bürgerschafts ein intensiv diskutiertes Thema. Übersichtlicher als in Birkenwerder kann die Welt nicht sein. Klar war, welche entscheidenden und die Leute tatsächlich auch hier und da im Alltag betreffenden Themen zur Wahl standen. Auch, dass es um Grundsatzfragen des politischen Klimas geht. Aber trotzdem geht kaum die Häfte der Bürger wählen. Der neue Bürgermeister ist mit gerade 28,39 Prozent aller Stimmen legitimiert. (Die Wahlbeteiligung wird jetzt nur deswegen nicht skandalisiert, weil bei der Stichwahl keine der großen Parteien ihre Kandidaten im Rennen hatte.)

Das Faktum der geringen Wahlbeteiligung sogar im lokalen Kontext (46,6 Prozent) spricht gegen die These, dass sich die Menschen nicht repräsentiert sehen und aus Protest schweigen - sieben Kandidaten standen zur Wahl, mit Ausnahme der äußersten Rechten (AfD, NPD) war ein ziemlich breites (bürgerliches) politisches Spektrum vertreten. Die beiden Kandidaten der Stichwahl waren dazu noch parteilos.

Daraus könnte man zwar den Schluss ziehen, dass 50% der Wähler einem Kandidaten der extremen Rechten (für die es vermutlich ein erhebliches Potential gibt) ihre Stimme geben würden oder dass neben dezidiert rechten auch linke Positionen (der Kandidat der LINKEN war ein GRÜNER) vermisst wurden (wie sinnvoll auch immer linke Positionen bei einer Kommunalwahl bezogen werden können).

Aber viel wahrscheinlicher ist: der von rationalen Interessen geleitete Wähler, der politisch aktive mündige Bürger ist in der verwalteten Welt eine historisch antiquierte Figur. Die Krise der Demokratie liegt also weniger in Repräsentationsdefiziten als in der Unmündigkeit des politischen Subjekts.

Nachtrag

Nach den Wahlen in Bremen lauten die Antworten der Demoskopen wie immer:

  • 67 Prozent der Nichtwähler sagten auf die Frage, warum sie nicht abgestimmt haben: "Politiker verfolgen doch nur ihre eigenen Interessen."   
  • 58 Prozent erklärten: "Derzeit vertritt keine Partei meine Interessen."   
  • 46 Prozent gaben an: "Gehe bewusst nicht zur Wahl, um meine Unzufriedenheit mit der Politik zu zeigen."

Sicher ist allerdings: ohne die vorgelegten Antworten, die ja bereits eine Analyse der Lage verraten, wären die Statements weniger rational ausgefallen. Warum wird nicht einmal gefragt: wussten Sie, dass in Bremen / Birkenwerder am Sonntag gewählt wird?

Von K.P. am 10. Mai 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

1966 hatte Theodor W. Adorno (angesichts der großen Koalition) den Plan, in Anlehnung an Marx’ »Kritik des Gothaer Programms« eine »Kritik des Godesberger Programms« (1959) zu schreiben und die sozialdemokra­tische Versöhnung mit der falschen Gesellschaft ins Visier zu nehmen.

Nur eine "kritische Selbstbesinnung könne der SPD helfen, daß sie nicht in dieser combine sich völlig verschleißt", schreibt er an Horkheimer.

Die Skrupel allerdings, die Adorno von einem kritischen Angriff auf die Sozialdemokratie zurückschrecken lassen, weil dieser Gefahr liefe, im Rahmen theoretischer Argumentation zur Entfesselung destruktiver Kräfte beizutragen, müssen noch heute (wieder angesichts der großen Koalition) jede emanzipatorische (also nicht sozialdemokratische) Politik begleiten:

Wenn man heute die SPD angreift - und darauf müßte, wie man es auch machte, jene Arbeit hinauslaufen - lieferte nur Wasser auf die Mühlen all derer, die an der schwer erschütterten Demokratie rütteln.

Ein Blick auf den radikalen Populismus in Griechenland oder Spanien genügt, um das Gefälle und die manifeste Gewalt dieser Strömung zu fürchten, für die in Deutschland auch Bewegungen stehen, die mehr Demokratie für Menschen fordern, die zu 25 Prozent die (Wieder-)Einführung der Todesstrafe befürworten, zu 15 Prozent glauben, Juden hätten zu viel Einfluss und zur Hälfte vom Holocaust nichts mehr hören möchten.

Daraus kann nur folgen: emanzipatorische Kritik bleibt esoterisch oder aber hat derart radikal sich zu artikulieren, dass der volksdemokratische Konsens von PEGIDA bis PODEMOS den Geschmack an ihr verliert. Max Horkheimer hat dafür die Formel geprägt: "Heute kommt es (…) darauf an, zu retten, was von der persönlichen Freiheit noch übrig ist. Radikal sein heißt heute konservativ sein."

(Mit diesem Konservativismus hat freilich der deutsche nichts zu tun, der inviduelle Reflexion durch die Beschwörung schicksalshafter Alternativlosigkeit ersetzt, die materiellen Bedingungen individueller Freiheit dem freien Spiel des Marktes opfert und im Namen der Sicherheit individuelle Grundrechte kassiert.)

Von K.P. am 08. Mai 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Benfica, das ist, schreibt António Lobo Antunes, der "Stadtteil, in dem ich aufgewachsen bin, und fast alles kenne, die Läden, die Häuser, die Straßen, die kleinen Plätze".

Benfica

"Wir wohnten im Norden der Stadt, wo die Stadt aufhörte", dort, wo "fast unmittelbar hinter dem Haus meiner Großeltern die Felder begannen, Olivenbäume, Schafherden. Wann immer ich konnte, legte ich mich ins Gras und hörte den Vögeln und den, auch wenn kein Wind wehte, in der Sonne glänzenden Blättern zu.".

"Ich habe in Benfica gelebt, einem Vorort im Westen der Stadt. Damals sagten die Leute des Viertels, wenn sie ins Stadtzentrum fuhren: 'Ich fahre nach Lissabon.' Es war ein Viertel armer, bescheidener Leute, obwohl es dort auch ein paar reiche Familien gab. Es gab Leute aus Lissabon, die den Sommer in Benfica verbrachten. Jetzt ist es eine riesige Schlafstadt geworden."

Kartographie

Aufgewachsen ist Lobo Antunes im "Herrschaftsbereich (s)einer Eltern", in der Travessa dos Asneiros stand das Elternhaus, "zwischen der Schusterwerkstatt von Senhor Florindo und dem Kohleladen".

Sein Viertel, das sind die "angrenzenden Bereiche() der Travessa dos Arneiros, Travessa do Vintém das Escolas, Rua Ernesto da Silva, Calçada do Tojal".

In der Calçada do Tojal spielten die Freunde Lafaiete und Jaurés . Auf dem Largo Ernesto da Silva wurde das Fest des Heiligen Antonius gefeiert. Durch die (parallel zur Travessa dos Arneiros verlaufende) "Rua Cláudio Nunes" zogen die "die Bestattungszüge zum Friedhof". Der Freund "Cabecinha wohnte in einem Keller der Travessa do Vintém das Escolas". Die "Travessa do Vintém das Escolas", schreibt Antunes Ende des 20. Jahrhunderts, "ist unverändert".

Posten

Ein "kleine(s) burgartige Stadtor" trennte Benfica von Venda Nova und der Estrada Militar.

"Grenzposten" waren die "Drogerie", der "Krämerladen", die "Konditorei" und die "Kurzwarenhandlung Havaneza".

Außer der "Schusterwerkstatt" ("Senhor Florindo") (Travessa dos Asneiros) unmittelbar "neben dem Haus meiner Eltern", das "Fenster" in Sichtweite, gab es in Benfica den "Kohleladen" (Travessa dos Asneiros), die "Gerberei", das Geschäft von "Senhor Filipe, Geschirr & Glas", den "Herrenschneider in der Calçada do Tojal", die "Adega dos Ossos" und fast gegenüber das Café "Paradies von Benfica", die "Apotheke Marques" (Gattin des Besitzes war eine "üppige Griechin), die "Kirche", den "Friedhof" und die Kneipe "Nachher warte ich hier auf euch" in der Rua Cláudio Nunes, durch die "die Bestattungszüge zum Friedhof" zogen, das "Beerdigungsinstitut" und die "Post" mit der "Palme".

An der Estrada da Benfica die "Villa Ventura" mit "zwei hässliche Jungfern", die Chopin spielten , dann "auf der anderen Seite der Estrada de Benfica" der "Obst und Gemüseladen" ("der Mutter von Nelito") und der "Fotoladen Àguia de Ouro" zwischen dem "Obst und Gemüseladen" und der "Apotheke União" (der Besitzer war "Stockkämpfer").

Dort "wo heute die Gemeindeverwaltung ist" befand sich der "Sitz des Benfica", des "Fußballclub Benfica", in dem auch "Rollschuhhockey" auf der "Rollschuhbahn" in der Avenida Gomes Perreira gespielt wurde.

In der Avenida Gomes Perreira befanden sich die (Grund-)"Schule von Senhor André" und die "Fabrik Simões", eine "Wirkwarenfabrik".

An der Avenida do Uruguai standen früher "nebeneinanderliegende() Villen", "Eingangspforten von Landgütern, Säulen, Felder, Bougainvileen". Dort befanden sich das "Gut", wo António Lobo Antunes "als kleiner Junge das Dienstmädchen zum Milchholen begleitete", und der "kleine() Keller in Benfica", die Buchhandlung (Espaço Ulmeiro, Av. do Uruguai, Nº 13A) von José Antunes Ribeiro, der die Verlage Assírio & Alvim (gegr. 1972) und Ulmeiro (gegr. 1969) "geschaffen" hat.

Natur (Bäume und Vögel)

Es gab "Bäume", "Ulmen" und "Platanen" und die "Bäume des Wäldchen", des "Wäldchen hinter der Escola Normal", und die "Palme bei der Post", dazu einen "Teich unter den Ulmen", und Vögel, "Pfauen" und "Störche".

Leute

"Senhor Jardim" war Besitzer der "Drogerie", "Senhor Madureira" gehörte die "Konditorei", dem "Glatzkopf" der "Krämerladen" und "Senhor Silvinio" die "Kurzwarenhandlung Havaneza".

Die "üppige Griechin" war Gattin des Besitzers der Apotheke Marques, Senhor André der Direktor der Grundschule in der Avenida Gomes Pereira.

Das Volk von Benfica, das waren "Dona Maria Salgado", die mit "Tonfiguren" der Heiligen Familie hausieren ging, "Senhor Paulo", der "mit Bindfäden und Rohstöcken die Flügel der Spatzen richtete", der "Verrückte() mit den Vögeln", der "der Vögelchen verkaufte und an den Ecken mit den Armen wedelte", die "Papageiennase", deren "Tante mit einem Zigeuner auf und davon war", "Brigadier Maia", die "Baskenmütze auf dem Kopf, mit ausladenen Gesten auf die Regierung schimpfend", der "Glöckner", der Besitzer des Beerdigungsinstitutes war, der "Sakristan von Benfica, Senhor José", "Dona Maria José", die "Schmugglerin", der "Blinde" im Schatten der "Palme bei der Post" und "Gevatterinnen in Pantoffeln".

Die "Legion homerischer Alkoholiker" bestand aus Senhor Florindo, dem Schuster mit der Werkstatt neben dem Elternhaus in der Travessa dos Asneiros, der "Schuster von Benfica" der ihn warnte: "Die Welt ist groß, mein Junge", "Senhor Florentino, dem Botenjungen", "Tio João Paço de Arcos, dem Rentner der Carris", "Senhor Carlos, der Vögelchen in kleinen Käfigen verkaufte" und "auf der menschenleeren Straße mit sich selber stritt".

Lafaiete, Jaurés und "Soundso da Costa Cabecinha" waren die Freunde des jungen Lobo Antunes.

Elternhaus

"Wir hatten ein sehr großes Haus mit einem sehr großen Garten.

Das Haus der Eltern wurde von einer "Gartenmauer" umgeben, durch eine "Pforte mit einer Ananas auf jeder Seite" betrat man das Anwesen. Ein "Fenster mit Läden aus Holz, darunter eine kleine Bank aus Kalkstein, der Tisch, dessen Platte ein Mühlstein war". "Steinstufen", auf denen der Autor als junger Mann sitzen konnte.

Im Garten die "Akazie" mit ihrem "dunklen Wipfel" und dem "Schatten der Akazie". Dazu Obstbäume, "Apfelsinenbäume", ein "Zitronenbaum" und ein "Feigenbaum".

Den "Brunnen" hatte die "Mutter (...) zudecken lassen, damit die Kinder nicht hineinfielen". Es gab einen "Hühnerstall", aber auch "Fische im Wasserbecken" und einen "Wasserfall im Garten, bei dem ein Fisch aus Kalkstein Wasser sprudelte".

Im Haus ein "Foto" der "Mutter als junge Frau", "Fotos der toten Großeltern" auf der "Kommode", "Bilder der Toten".

Für die "Brüder" gab es "Kinderzimmer". Die "Mutter las im oberen Stockwerk". Darüber ein "Dachboden".

Zum Haus der Eltern gehörten die "Köchin" und der "Sohn des Hausmeisters".

Landgut der Lobo Antunes

Das "Landgut der Lobo Antunes" wurde später "verkauft".

Ein "Klingelschild an der Tür verkündete stolz Lobo Antunes in eingravierten Großbuchstaben".

"Kiesalleen" führten zum Anwesen, dort ein "Hof", "Steinbänke mit den Azuleijos", "Statuen aus glasiertem Ton" und ein "Kornspeicher". Das Kind schaute auf dem "Landgut nach den Fröschen", ein "Schäferhund" war an einer Kette befestigt, "Hunde in Käfigen" festgebunden. Auf dem Gut befand sich auch das "Haus des Hausmeisters, der sich immer noch um die Bäume und die Blumen meiner Eltern kümmert." Gärtner war "Senhor José".

Im Haus ein "Saal" und ein "Salon" mit Klavier.

Armut

"Und draußen waren die Armen."

Die Armut legt sich in Form konzentrischer Kreise um das große Haus (das gar nicht so groß ist, wie es in der Erinnerung des Autors beschworen wird, Mariá Luisa Blanco sieht das ganz richtig) mit der Gartenmauer.Da sind zunächst - "draußen" - die einfachen Leute aus den Werkstätten und Kellern der Nachbarschaft, aber auch die, die mit keinem Wohnsitz in Verbindung gebracht werden: Tagelöhner, Hausierer, Verrückte, Blinde.

Die armen Leute wohnten in einem "Viertel aus Holzhäusern am Rande von Benfica, in Pedralvas und an der Militärstraße".

Mittwoch, 06. Mai 2015 04:32 (Version 0.0.4)

Von K.P. am 24. April 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Der Absturz der Germanwings 4U9525 ist ein Werk der Hand Gottes, gerechte Strafe für die Sünden der Passagiere.

Dann und wann plaudert ein Fanatiker aus, was evangelikale Christen glauben, natürlich auch in Brandenburg, Oberhavel, Oranienburg und nebenan. Menschen sterben, weil sie schuldig sind. Das ist nicht nur bürgerliche Kälte im fundamentalistischen Gewand, sondern eine Schule des Hasses, deren Zeugnisse gerade von der ISIS ausgestellt werden.


Von K.P. am 14. April 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Jetzt schlägt wieder die Stunde der Illiteraten, der Meinungsstarken, die nie lesen, aber immer wissen, was geht, was nicht.

Und denen hat der Grass ja immer ordentlich Futter gegeben, ein Autor, der wusste, dass man zur systematischen Aufmerksamkeitserzeugung und -erhaltung die nicht lesende Mehrheit regelmäßig mit Skandalen füttern muss. Die Literatur generell lebt ja von denen, die gerne illliterat bleiben und Formfragen für Geschmacksfragen halten.

Wie immer zeigt die Provinzpresse die banale Rückseite der Wirklichkeit ... "Verehrt, aber nur von wenigen gelesen". Oder - und das ist die Rückseite dieses Tatbestandes - wie Karasek im ZDF gerade nüchtern konstatierte: "eine monumentale Jahrhundertfigur der Weltliteratur".

Eine Formel, die den Rang der Kritikers bestätigen soll, der 100 Jahre Weltliteratur mit einem Blick übersieht. Da trifft das maßlose Urteil des Meinungsmachers sich mit dem des sozialdemokratisch engagierten Großschriftstellers, der seine Werke mit hypermoralischer Erregung patriotisch flankierte und deswegen (nicht, weil er nicht in Bitterfeld zu Hause war) in der Kunst des Romans wenig "originär" blieb: "Wir haben Vati und Mutti versprochen, daß wir nicht fernsehn".

Selbstzweifel? Bescheidenheit? Fehlanzeige. Die Rolle des Nachkriegsdeutschen mit dem Zeigefinger behauptete Günter Grass bis zuletzt. Dazu gehörte von Anfang an auch der Part des selbstgerechten Leugners. (Das Salz der Herde)

Von K.P. am 23. März 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Die so genannte Politikverdrossenheit (schon der Terminus behandelt mündige Bürger wie von ihren Affekten beherrschte Kinder) lässt sich vor allem als Verachtung der politischen Form des öffentlichen Diskurses charakterisieren.

Öffentlich im politischen Durchschnittsverständnis heißt für den Bürger: von der Tribüne das Schauspiel der Macht beobachten zu dürfen. Nicht etwa: durch (Gegen-)Rede an der Macht und Entscheidungsprozessen beteiligt zu werden.

Wo Stimmen kaum zu verhindern sind und laut werden könnten, muss die politische Beteiligung deswegen streng geregelt und Rederecht beantragt werden:

Am 30.03.2015 finden die Sondersitzungen, die sich ausschließlich mit dem Gewerbepark Süd beschäftigen, statt. (...) Beide sind öffentliche Sitzungen, die Bürgerinnen und Bürger von Oranienburg können Rederecht beantragen, spätestens 3 Werktage vor dem 30.03.15 bei der Stadt Oranienburg per E-Mail einreichen.

Souverän ist unter demokratischen Verhältnisse, wer das Rederecht gewähren (und wer zum Schweigen bringen) kann. Weil das Rederecht aber kein Gnaden-, sondern ein Grundrecht und Faktum der politischen Anthropologie ist, meiden die Leute heute regelmäßig Situationen, in denen sie bevormundet werden und sich erst melden müssen, um zur Sache sprechen zu dürfen.

Deswegen sind die Plätze vor der Bühne des Politischen häufig unbesetzt. Das politische Schauspiel kann auch am Bildschirm genossen werden.

Und so findet authentisches Sprechen heute in den Räumen der schweigenden Mehrheit statt, nicht in den Ritualen politischer Repräsentation. Das (Vor-)Recht der Entscheidung über das Recht zur Äußerung wird von der schweigenden Masse grundsätzlich nicht mehr anerkannt. Kaum jemand lässt sich noch den Mund verbieten und am Gängelband - das ist, was wir heute gerne Beteiligung nennen - durch den politischen Raum führen.

"Das Schweigen der Massen ist kein Schweigen, es ist ein Schweigen, das verbietet, in seinem Namen zu sprechen." (Jeand Baudrilliard)

Von K.P. am 07. März 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Auf die Idee, mit den nach dem Vorbild der PEGIDA marschierenden Abendspaziergängern in Oranienburg ins Gespräch zu kommen, kann man nur kommen, wenn deren politischer Aktivismus nicht Ernst genommen wird.

So hat das Evangelische Bildungswerk jetzt Oranienburgs Bürgerinnen und Bürger eingeladen

sich über Fragen im Zusammenhang von Flucht und Migration in unserer Stadt und den Ortsteilen auszutauschen.

Ausdrücklich wird diese Einladung an die Abendspaziergänger in Oranienburg adressiert, ja die stereotyp vorgebrachte Formulierung der Sorgen und Bedenken gar als Anlass genannt.

Wir wollen dabei ausdrücklich das Anliegen, das bei den "Abendspaziergängen" vorgebracht wurde - miteinander ins Gespräch zu kommen - aufnehmen.

Die Demonstranten haben allerdings die scheinbar offene Frage, "wie wir uns die Zukunft vorstellen und wie jeder Einzelne dazu beitragen kann, daraus Wirklichkeit werden zu lassen", bereits für sich entschieden. Sie haben keine Sorgen und Bedenken, sondern nur Lust an der zur Schau gestellten Drohung gegen Flüchtlinge, es geht ihnen darum, ein Klima der Angst zu produzieren.

Die Abendspaziergänge werden von bekannten Nazis (mit-)organisiert, die Reden mobilisieren ganz offen völkischen Geist. Wir haben es in Oranienburg mit Faschisten zu tun, die politisch bekämpft und gesellschaftlich isoliert werden müssen. Will man mit ihnen "ins Gespräch" kommen, kann man das nur, wenn man die Idee der Volksgemeinschaft für eine diskussionswürdige Perspektive hält.

Weil diese aber keineswegs originell ist, sondern vielmehr dem faschistischen Mainstram folgt, der von der Dresdener PEGIDA so populär gemacht wurde, lohnen keine neuen Gedanken. Deswegen hier die (von mir um der Verständlichkeit willen) gekürzte Version einer sehr gelungenen Exposition des faschistischen Geistes heute.

Faschismus und Volksgemeinschaft (heute)

Ziel und Mittelpunkt faschistischer Bestrebungen ist immer ein reaktionär-utopisches Vergemeinschaftungsmodell (...) in Gestalt der mythischen (...) Idealisierung eines als organisch-naturwüchsig (...) vorgestellten fiktiven Kollektivs: das "Volk" und die "Volksgemeinschaft".

Dieser mythische Volksbegriff impliziert eine doppelte identitätsbildende Feindbildbestimmung:

[1.] Zum einen die Abgrenzung nach außen, gegen andere "Völker", die mit dem eigenen "Volk" als nicht dazugehörige äußere Feinde in einem Konkurrenzkampf stehen. (...)

[2.] Zum anderen eine zwiefache Abgrenzung nach innen: (...)

[2.1] Nach oben gegen "die Herrschenden", die "Etablierten", die "das Volk" unterdrücken, und

[2.2] nach unten gegen vermeintlich nicht integrationswillige oder "von Natur aus" integrationsunfähige Elemente, die die "Volksgemeinschaft" belasten und ihre Homogenität gefährden.

Die "Volksgemeinschaft" konstituiert sich also über die Ausgrenzung vermeintlich "volksfremder" oder "volksfeindlicher" Elemente von oben und unten, die nicht dazu gehören: einerseits die herrschenden Eliten teils als vom "Volk" losgelöste, egoistische Interessen verfolgende, "entwurzelte" Kaste, teils als fremde, international organisierte Gruppe (wie die "internationale Hochfinanz"), andererseits die Unangepassten und Asozialen teils als degenerierter, "entarteter" Bodensatz der Gesellschaft (z.B. sogenannte "Sozialschmarotzer" oder auch sexuelle Minderheiten), teils als von Außen eingedrungene Fremdkörper (z.B. Migranten).

Dieses "völkische" Vergemeinschaftungskonzept manifestiert sich in der Regel folgerichtig in entsprechenden Grundhaltungen wie Nationalismus, Rassismus, Elitenfeindlichkeit / Populismus, Antisemitismus.

Faschismus wird oft fälschlich reduziert auf Diktatur bzw. autoritäre Herrschaft.

Dieser verkürzte Faschismusbegriff blendet die entscheidende Tatsache völlig aus, daß der Faschismus in allen seinen historischen Erscheinungsformen immer mit einem emanzipatorischen, sozialrevolutionären Anspruch aufgetreten ist. (...)

[Aber:] Individuelle Freiheiten oder pluralistische Demokratiekonzepte haben in dieser Vorstellungswelt keinen Platz. Die faschistische "Volksbefreiung" bzw. "Volksherrschaft" ist totalitär, d.h. sie strebt nach einem Ideal von "Demokratie", das sich in einer Einheit von "Volkswille" und Herrschaft realisieren soll, also letztlich in der totalitären Identität von Staat und Gesellschaft.

Der Faschismus geht über den autoritären (aber eben nicht totalitären) Nationalismus hinaus, indem er ihn mit einem sozialrevolutionären Anspruch verbindet. Sein Emanzipationskonzept zielt aber lediglich auf die Befreiung des "völkischen" Kollektivs von "fremden" Einflüssen (...) und hat mit (...) emanzipatorischen Bestrebungen nichts zu tun, die (...) von einem universalistischen Emanzipationsbegriff ausgehen, für den gesellschaftliche und individuelle Befreiung nicht voneinander zu trennen sind und der über jede völkische oder nationale Abgrenzung hinausgeht.

Von K.P. am 06. März 2015 keine Kommentare

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Gestern hat Justizminister Maas zur Begründung der Mietpreisbremse halluziniert, Wohnungen seien keine Ware, sondern das Zuhause von Menschen und dürften nicht wie Aktien an der Börse gehandelt werden.

Man könnte sich fragen, in welcher Welt der Justizminister eigentlich lebt. Aber es geht nicht um politische Wahrnehmungsfähigkeit, um die böswillige Verzerrung der Fakten, sondern um das, was Walter Benjamin als objektive Verlogenheit bezeichnet hat.

Sozialdemokratisch wird man noch von sozialer Verantwortung schwätzen, wenn die letzte Wohnung privatisiert ist. Deswegen ist der Satz von Maas auch nicht als politische Forderung gemeint - er sagt ausdrücklich nicht, dass Wohnungen keine Waren sein sollen. Seine hybride und deswegen verlogene Form erhält die Aussage durch die Vermischung von Sein und Sollen, von Deskription und politischer Absichtserklärung.

So wie Katholiken an das Dogma der unbefleckten Empfängnis glauben, bekennen sich Sozialdemokraten zur sozialen Marktwirtschaft, ohne dass das Bekenntnis etwas über die Wahrheit der Sache verriete. Es gehört schlicht und einfach zur politischen Glaubenslehre und -praxis der sozialdemokratischen Kirche.

Der politische Charakter, der heute generell die Szene bestimmt, glaubt deswegen nicht nur selbst an die Lügen, die er täglich kommuniziert, er ist frei von jeder bösen Absicht und will nur Gutes. Die objektive Verlogenheit strukturiert die politische Welt, sie ist das Eigengesetz ihrer parteiförmigen Dynamik. Deswegen kann sie auch nie durch den Verweis auf Fakten gestört werden und ist jede Kritik a priori zum Scheitern verurteilt. Der politische Charakter wird immer zuhören (aber nie hören) und am Ende den Bescheid erteilen: gut, dass wir darüber geredet haben.

Ende 2013 übernahm DW die fast ebenso große GSW und wurde mit etwa 108 000 Berliner Wohnungen zum mit Abstand größten privaten Wohnungseigentümer der Hauptstadt. Die einvernehmliche Übernahme – es war die größte in der Branche seit Jahren – wurde mit der “Währung” von DW-Aktien im Werte von 177,3 Mio Euro “finanziert”. Bundesweit ist DW jetzt das zweitgrösste Immobilienunternehmen, sie folgt der ebenfalls expandierenden Deutsche Annington. DW wurde 1998 als 100prozentige Tochter des größten deutschen Finanzmonopolisten gegründet – der Deutschen Bank. Deutsche Bank erobert Berliner Wohnungsmarkt

Das Immobilienunternehmen hatte am Morgen mitgeteilt, dass es für umgerechnet 1,8 Milliarden Euro den Berliner Wettbewerber GSW übernehmen will. Ein Zusammenschluss, „auf den der Markt beinahe gewartet hat“, wie Zahn, Vorstandschef der Deutsche Wohnen, bei einer Telefonkonferenz sagt. „Ein logischer Schritt.“ Intern spricht man vom „Projekt Loreley“. Wenn Aktionäre und Kartellamt zustimmen, wird das neue Unternehmen der größte private Wohnungseigentümer in Berlin (108 000 Wohnungen) sein und mit insgesamt 150 000 Wohnungen – Wert: 8,5 Milliarden Euro – zur Nummer zwei der Branche hinter der Deutsche Annington (180 000 Wohnungen) aufsteigen. Größtes privates Wohnungsunternehmen in Berlin entsteht

Von K.P. am 29. Januar 2015 keine Kommentare

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Auschwitz wird jetzt zum Markenkern selbstbewusst deutscher Identität. Das geht allerdings nur ohne Juden. Denn dass die Schoa Juden traf, hat der Bundespräsident bei seiner Rede zum 27. Januar vergessen.

Die übergroße Mehrzahl derer, die in Auschwitz und anderswo starben, wurden nicht als Menschen im Allgemeinen, sondern als Juden im Besonderen ermordet. (...) Die Schoa war nicht der Höhepunkt einer generellen Inhumanität. In ihr kulminierte ein ganz spezifischer Hass. Und dieser Hass hat mit Auschwitz nicht aufgehört. Auf deutschen Straßen wurde im vergangenen Sommer »Juden ins Gas!« gebrüllt. Vor wenigen Wochen sind in Paris wieder Juden gezielt als Juden umgebracht worden. Doch davon war beim Bundespräsidenten nicht die Rede.

»Das Ganze ist das Unwahre«: Adornos Diktum passt auf diese Rede. Oder um einen Begriff zu nutzen, den der evangelische Theologe Gauck kennen wird: Sie war eine Sünde durch Unterlassung.

Der Bericht der BZ bringt es fertig, Gauck und Lammert zu referieren, ohne das Wort "Juden" auch nur zu erwähnen. Die Pointe wird dann am Ende geliefert, als müsste man doch noch erklären, worum es eigentlich ging.

Source: Gauck-Rede: Was fehlte

Von K.P. am 27. Januar 2015 keine Kommentare

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1879 erläutert der berühmte Geschichtsprofessor an der Berliner Universität seine Ansichten zur politischen Situation der Zeit.

Der Weltgeist ist zum Volksgeist geworden, und der Professor ist das Medium des erregten Volkes. Er inszeniert sich als Sprachrohr des Volkes, indem er verkündet, was dieses in seiner Tiefe politisch will. Das Volk ist politisch, weil es sich gegen einen Feind in Stellung bringt, dessen weichliche Humanität heute als Gutmenschentum bezeichnet würde: Eine "wunderbare, mächtige Erregung" habe die "Tiefen unseres Volkslebens" ergriffen und richte sich "gegen die weichliche Philanthropie unseres Zeitalters".

Dem Volk komme nämlich das Verdienst zu, ein Tabu gebrochen und den politischen Raum für einen Diskurs geöffnet zu haben, dem der Professor nun Sprache verleihen kann. Die "natürliche Reaktion des germanischen Volksgefühls gegen ein fremdes Element" habe "zum mindesten das unfreiwillige Verdienst, den Raum einer stillen Unwahrheit von uns genommen zu haben; es ist schon ein Gewinn, daß ein Übel, das Jeder fühlte und Niemand berühren wollte, jetzt offen besprochen wird".

Was das Volk im tiefsten Gefühl nur instinktiv erfasst, schreibt der Professor in die Koordinaten der wissenschaftliche Rede ein, die sich an der Unterscheidung richtig/falsch orientiert. Seine Erläuterungen bringen aus dem Volksgefühl einen wahren Diskurs zu Tage. Denn der "Instinkt der Massen" habe im Juden eine "schwere Gefahr, einen hochbedenklichen Schaden des neuen deutschen Lebens richtig erkannt".

Was nur instinktives Gefühl war, erhält universitäre Legitimation. Und: weil das völkische Gefühl in gelehrte Rede übersetzt werden kann, weiß dieses sich im Volksgefühl tief begründet. Die antisemitische Bewegung sei heute gewiss nicht "hohl und grundlos wie einst die teutonische Judenhetze des Jahres 1818", sondern eine "natürliche Reaktion des germanischen Volksgefühls gegen ein fremdes Element, das in unserem Leben einen allzu breiten Raum eingenommen hat".

So wird die Rede des Geschichtsprofessors mit dem germanischen Volksgefühl kurzgeschlossen. Dieser Kurzschluss nennt sich im deutschen Bürgertum (1879) Bildung.

Bis in die Kreise der höchsten Bildung hinauf (...) ertönt es heute wie aus einem Munde: die Juden sind unser Unglück.

Bildung heißt die Formierung des Deutschen, die Herstellung völkischer Homogenität durch totale Integration aller fremden Elemente. Seine jüdischen Mitbürger sollten

Deutsche werden, sich schlicht und recht als Deutsche fühlen - unbeschadet ihres Glaubens und ihrer alten heiligen Erinnerungen, die uns allen ehrwürdig sind; denn wir wollen nicht, dass auf die Jahrtausende germanischer Gesittung ein Zeitalter deutsch-jüdischer Mischkultur folge.

Wann haben die ersten Vergasungen in Auschwitz begonnen?

(Zeuge:) Etwa Ende 1941. Sie fanden im Keller des Blocks 11 statt. Uns Krankenpflegern wurde befohlen, Kranke in diesen Block zu bringen. Am Abend vorher haben wir gehört, wie russische Kriegesgefangene an den Blöcken vorbeigetreiben wurden. Sie haben geschrien, weil sie geschlagen wurden, und wir haben sie an der Sprache erkannt. Ich erinnere mich an den Ruf: "Bitte um Erbarmen!" Das war nach dem Abendappell.

(Vertreter der Nebenklage:) Woher wissen Sie, daß diese dann vergast worden sind?

(Zeuge:) Nach drei Tagen mußte das Häftlingspersonal des Krankenhauses in den Block 11, um die Kellerräume zu leeren. Ich habe dort selbst gesehen, wie auf sehr engem Raum eine große Anzahl von Menschen zusammengepreßt war. Sie hatten sich offensichtlich zu den Öffnungen gedrängt, wo sie frische Luft erhofften. Wir konnten die Räume erst drei Tage später betreten. Eine Entlüftung vorher war notwendig. Dort befanden sich einige hundert Tote. Die Leichen wurden auf Wagen an eine Stelle hinausgeführt, wo tags zuvor von Häftlingen Massengräber vorbereitet werden mußten. (Langbein, Hermann: Der Auschwitz-Prozeß. Eine Dokumentation)

Die SS hat alles Mögliche getan, um die Spuren der Vernichtung zu verwischen, Oberstes Gebot war, dass keinerlei Hinweise zurückbleiben durften. Man organisiert Transporte, fährt fort zu vergasen und zu verbrennen, während die Front sich auf wenige Kilometer den Lagern nähert und die Wehrmacht auf alles angewiesen ist, was an Menschen und Material noch übrig war. Es sollte eine ‚Endlösung’ sein, die ‚Judenfrage’ ein für allemal beantwortet werden. Man durfte nicht auf halbem Wege stehen bleiben, denn es galt, dem Endlosen, dem nicht enden Wollenden ein Ende zu setzen (Jean-Francois Lyotard)

Gedankenlos

Die Taten waren ungeheuerlich, doch der Täter - zumindest jene einst höchst aktive Person, die jetzt vor Gericht stand - war ganz gewöhnlich und durchschnittlich, weder dämonisch noch ungeheuerlich. Nichts deutete an ihm auf feste ideologische Überzeugungen oder besondere böse Beweggründe hin; das einzig Bemerkenswerte an seinem früheren Verhalten wie auch an seinem jetzigen vor Gericht und in den vorangegangenen Polizeiverhören war etwas rein Negatives: nicht Dummheit, sondern Gedankenlosigkeit. (Hannah Arendt)

Laut einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung zu den deutsch-israelischen Beziehungen will allerdings eine große Mehrheit der Deutschen die Geschichte der Judenverfolgung lieber hinter sich lassen und sich stattdessen gegenwärtigen Problemen widmen. Einen regelrechten Schlussstrich wollen demnach 58 Prozent der Befragten ziehen. Bei den 40- bis 49-Jährigen ist es jeder Zweite, bei den über 60-Jährigen sogar 61 Prozent. (Deutsche wollen mit Holocaust abschließen )

CDU Kremmen 27. Januar

Das Abendland, am Ende

Gott ist in Auschwitz tatsächlich gestorben, jedenfalls der Gott des griechisch-christlichen Abendlands, und es entbehrt nicht des geringsten Zufalls, daß die, die man vernichten wollte, in diesem Abendland für einen anderen Ursprung des Gottes zeugen [...], für einen anderen Gott [...], der frei blieb von der hellenistischen und römischen Umfassung und eben darum das Programm der Vollendung durchkreuzt. (Philippe Lacoue-Labarthe)

Wut(bürger) gegen die Zivilisation

Die Wurzeln sind in den Verfolgern zu suchen, nicht in den Opfern, die man unter den armseligsten Vorwänden hat ermorden lassen. Nötig ist, was ich unter diesem Aspekt einmal die Wendung aufs Subjekt genannt habe. Man muss die Mechanismen erkennen, die die Menschen so machen, dass sie solcher Taten fähig werden, muss ihnen selbst diese Mechanismen aufzeigen und zu verhindern trachten, dass sie abermals so werden, indem man ein allgemeines Bewusstsein solcher Mechanismen erweckt. Nicht die Ermordeten sind schuldig, nicht einmal in dem sophistischen und karikierten Sinn, in dem manche es heute noch konstruieren möchten.

Schuldig sind allein die, welche besinnungslos ihren Hass und ihre Angriffswut an ihnen ausgelassen haben. Solcher Besinnungslosigkeit ist entgegenzuarbeiten, die Menschen sind davon abzubringen, ohne Reflexion auf sich selbst nach außen zu schlagen. Erziehung wäre sinnvoll überhaupt nur als eine zu kritischer Selbstreflexion. Da aber die Charaktere insgesamt, auch die, welche im späteren Leben die Untaten verübten, nach den Kenntnissen der Tiefenpsychologie schon in der frühen Kindheit sich bilden, so hat Erziehung, welche die Wiederholung verhindern will, auf die frühe Kindheit sich zu konzentrieren. Ich nannte Ihnen Freuds These vom Unbehagen in der Kultur. Sie ist aber umfassender noch, als er sie verstand; vor allem, weil unterdessen der zivilisatorische Druck, den er beobachtet hat, sich bis zum Unerträglichen vervielfachte. Damit haben auch die Tendenzen zur Explosion, auf die er aufmerksam machte, eine Gewalt angenommen, die er kaum absehen konnte. Das Unbehagen in der Kultur hat jedoch - was Freud nicht verkannte, wenn er dem auch nicht konkret nachging - seine soziale Seite. Man kann von der Klaustrophobie der Menschheit in der verwalteten Welt reden, einem Gefühl des Eingesperrtseins in einem durch und durch vergesellschafteten, netzhaft dicht gesponnenen Zusammenhang. Je dichter das Netz, desto mehr will man heraus, während gerade seine Dichte verwehrt, dass man heraus kann. Das verstärkt die Wut gegen die Zivilisation. Gewalttätig und irrational wird gegen sie aufbegehrt. (Theodor W. Adorno)

In der Gruppe Nein zum Heim in Oranienburg wird bei Facebook zu rassistischen Demonstrationen besorgter Bürger in der Kreishauptstadt mobilisiert. Dort konnte man heute (26. Januar 2015) lesen:

KZ - Kein Heim - Durin

Treitschke

Als sich der deutsche Geschichtsprofessor Heinrich v. Treitschke nach der Veröffentlichung seiner Schrift "Unsere Aussichten" (1879) in eine heftige Kontroverse verwickelt sah und sich gegen den Vorwurf antisemitischer Mobilisierung verteidigen musste, erfand er die rhetorische Volte, mit der bis heute der bürgerliche Agitator, der nur ganz sachlich, hart und nüchtern sagen will, was man vermeintlich nicht öffentlich äußern darf, sich gegen Kritik immunisiert, indem er dem Gegner für "politisch korrekt" und zum "guten Menschen" erklärt:

Das ganze Füllhorn deutscher Entrüstungssuperlative wurde über mich hinab geschüttet.

Von K.P. am 24. Januar 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

In Oberhavel wird der Kampf gegen Rassismus und Ausländerfeindlichkeit fast immer ohne Beteiligung der so genannten bürgerlichen Kräfte geführt.

Der Protestzug der Flüchtlingsgegner orientierte sich an den Forderungen der Pegida-Bewegung in Dresden. In Oranienburg weisen die Organisatoren weiterhin jegliche Einstufung als rechten Aufzug von sich. Clever argumentieren sie, sie seien gegen Sammelunterkünfte, da diese unmenschlich seien. Tatsächlich agiert die NPD im Hintergrund. Das Fronttransparent trug ein Stadtverordneter der NPD aus dem Havelland, mindestens ein Transparent wurde von Oberhaveler NPD-Aktivisten getragen und auch die Lautsprechertechnik wurde erneut von Aktivisten der NPD-Parteijugend betreut. In der Demonstration selbst waren weitere Funktionäre der NPD, darunter die Landesgeschäftsführerin der Partei, Aileen Rokohl. Die überwiegende Anzahl der Teilnehmer waren junge, teilweise vermummte Männer. (Brauner Aufmarsch in Oranienburg)

Bei Facebook antwortet der Landratskandidat der CDU auf die Frage, wo denn die CDU war, als diese Gegner einer offenen Gesellschaft durch Oranienburg marschierten und inwiefern ein Landrat neutral gegenüber Fremdenfeindlichkeit sein kann, so:

Liebe Diskutanten, ist doch wohl unstrittig, dass wir als Kommunalpolitiker demokratischer Parteien zur freiheitlich demokratischen Grundwerten unserer Gesellschaft stehen. Dazu gehört gerade, zu hören, zu sehen und zu reden. Was garnicht geht sind im demokratischen Kanon Vorurteile und Intransparenz. Wir stehen doch im Kern zusammen, mag es auch in dessen Interpretation unterschiedliche Antworten und Lösungsansätze geben. In diesem Sinne.

Rink zur Demo gegen Nazis

Das ist das Gegenteil einer Haltung.

Immerhin distanziert man sich auch von Trittbrettfahrern ... 

Heider zur Sicherheit - gegen Trittbrettfahrer

... entscheidend aber wäre endlich klar Position zu beziehen und Verantwortung zu übernehmen, so dass die Trittbrettfahrer gar nicht erst auf den Gedanken kommen, sie könnten auf den Zug der CDU springen.

Derweil in Freiburg: Es war die größte Demonstration in der Stadtgeschichte: 20.000 Menschen sind in Freiburg auf die Straße gegangen und haben gegen Intoleranz und Islamfeindlichkeit protestiert.

Von K.P. am 24. Januar 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Schaut man sich die Programme der Landratskandidaten in Oberhavel an, fällt auf, dass die Kandidaten von CDU und SPD das Thema Asyl- ud Flüchtlingspolitik wohl nicht für relevant halten.

In der Ausländerbehörde des Landkreises muss der Dialog aller Beteiligten und die Integration von Migranten und Migratinnen und Flüchtlingen im täglichen Umgang gelebt werden. Wir müssen ihnen mit Respekt und Hilfe begegnen. Sie brauchen umfassende Integrations- sowie Erziehungs-, Schul- und Ausbildungsangebote für ihre Kinder. Hier ist mir der Dialog mit Betroffenen, den ehrenamtlich arbeitenden Initiativen und den Flüchtlingen selbst, besonders wichtig. Weitere Gemeinschaftsunterkünfte sollen möglichst vermieden und Flüchtlinge vorrangig dezentral in Wohnungen untergebracht werden. (von Gizycki)

OHV ist bunt statt braun Menschenwürde, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind unumstößliche Grundrechte, die es besonders zu schützen gilt. Deshalb ist es von Bedeutung, Werte wie Antifaschismus und Antirassismus in der Gesellschaft fest zu verankern. (Kullack)

Dem Programm der LINKEN sind zudem eine ganze Reihe konkreter Maßnahmen zu entnehmen.

In Oberhavel ist völkischer Nationalismus längst Alltagskultur. Wer hier also Haltung zeigt, riskiert Stimmenverlust. Der Kandidat der SPD zeigt immerhin Präsenz auf der Demonstration gegen den Abendmarsch der extremen Rechten in Oranienburg.

Und die bürgerliche Partei? Sollte sich die Wahlstrategie der CDU darauf beschränken: ganz unbestimmt mehr Sicherheit zu fordern, um damit auch die Stimmen zu gewinnen, die Sicherheit nur für Deutsche und vor allem Fremden verlangen? Wenn nicht, muss sich auch die CDU endlich gegen die Aufmärsche der extremen Rechten und für eine liberale Asylpolitik im Kreis positionieren.

Von K.P. am 24. Januar 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Ob auf Demonstrationen zur Rettung des Abendlandes oder bei Facebook - wir können zur Zeit beobachten, wie sehr die Enthemmung des rassistischen und völkischen Mobs bereits fortgeschritten ist.

Nein zum Heim lautet heute der Ersatz für die Kampfformel Ausländer raus und Abendspaziergänge sind eine Plattform für die Mobilisierung der extremen Rechten, die auf die Durchsetzung ethnisch homogener Volksgemeinschaft setzt.

Auch in Oranienburg/Oberhavel/Brandenburg wird die rassistische Aggression öffentlich vorbereitet und mit Beifall aufgenommen. Bei Facebook kann man das Weltbild der rassistischen Sympathisanten erkunden, die bei ihren Postings kaum Hemmungen zeigen. Selten, dass der eigenen Name nicht genannt wird. Und das offensichtlich deswegen, weil ihnen ihm Alltag nicht widersprochen wird, der Wahn längst zur Alltagskultur geworden ist.

Wenn mit dem Abfackeln von Asylantenheimen zum Sturm geblasen wird, hat einer ihrer dümmsten Mitläufer nur etwas zu laut ausgeplaudert, worauf die Enthemmung zielt. Durch Wut formiert sich der Mob. Andere sind vorsichtiger, artikulieren (wie zwanghaft auch immer) ihr Ressentiment und geben die Drohung als Warnung aus.

OHV - Simone Frieb

OHV - Rick Joschko

OHV - Nadine Steffen

OHV - Roccy Stumpf

Darüber, wer sich auf diesen Spaziergängen sehen lässt, können wir uns ein Bild machen. Die Lügenpresse macht ihre Arbeit, den lokal engagierten Journalisten sei Dank.

Wer nicht hinsehen will und dem Phänomen reflexhaft mit dem Verweis auf Meinungsfreiheit, gar politischer Neutralität begegnet, verkennt die fortschreitende Enthemmung und trägt nichts dazu bei, Perspektiven gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu entwickeln.

Von K.P. am 22. Januar 2015 keine Kommentare

Archive Hohen Neuendorf

Gedanken sind frei, aber nicht folgenlos, hat Jacob Taubes einmal gesagt. Das gilt erst Recht für politische Meinungen.

Sie haben nicht nur Konsequenzen, sondern sind immer auch Teil einer kommunikativen, sozialen und kulturellen Praxis. Sie werden nicht in der reinen Innerlichkeit einer unschuldigen Seele geäußert, sondern verstrickt in politische Kontexte.

Auf Demonstrationen suchen Meinungen nach Anschluss und bekunden einen politischen Willen. Sie werden in einem taktischen Feld geäußert und zielen auf rhetorische Effekte. Sie können deswegen selten buchstäblich verstanden und wiedergegeben, sondern müssen analysiert und eingeordnet werden. Erst dann wird klar, was eine Meinung (politisch) will.

In einem Artikel der MAZ zu der Demonstration meist jugendlicher (und männlicher) Nationalsozialisten in Oranienburg fällt die Reflexion auf die Folgen und den politischen Kontext ihrer Meinung völlig aus.

Zwei Meinungslager zum Thema Asyl prallten gestern Abend bei Kundgebungen in Oranienburg aufeinander.  (Protest bei "Abendspaziergang" in Oranienburg)

Das klingt, als sei alles egal, als hätte die eine Meinung keine tödlichen Folgen für die, die nicht zu dem Volk gehören, das die Rassisten bei diesem Abendspaziergang zu repräsentieren meinen.

Gerade mit journalistischer Objektivität hat das nichts zu tun, denn zur objektiven Analyse sollte die Einbettung der Demonstration und der Meinungen der Teilnehmer in ein Feld politischer Strategie gehören.

Kurz gesagt: Wer auf einer von Nationalsozialisten (mit) inszenierten Veranstaltung von Asylkritik redet, spricht eine Todesdrohung aus. Im Ernstfall wird die Meinung von der Gefolgschaft verstanden und zum Abfackeln eines Asylbewerberheims aufgerufen.

(Und sicher wäre der Artikel besser ausgefallen, müsste er nicht gleich eine Stunde nach der Demonstration veröffentlich werden. Nicht nur Meinungsbildung, sondern Analyse braucht Zeit. Auch diese.)

Von K.P. am 21. Januar 2015 keine Kommentare

Archive Kultur

Wassertreten im Strom Lethe ... Daniel Bensaid (1998) über dringliche Reformen, politische Entscheidungen und die linke (sozialdemokratische) als Kopie der rechten Mitte.

Eine wirkliche Reformpolitik erfordert eine umfassende Steuerreform, eine ernsthafte Besteuerung zu Spekulationszwecken verwendeter Vermögen, eine drastische Senkung der Mehrwertsteuer und eine progressive Kapitalertragssteuer, um den produzierten Reichtum umzuverteilen, ohne die Nachfrage abzuwürgen. Nötig wären eine europäisch abgestimmte Besteuerung spekulativer Kapitalbewegungen, die Aufhebung des Bankgeheimnisses und die Abschaffung der Steueroasen. Nötig wären desweiteren eine Ausweitung (statt eines Abbaus) der sozialen Sicherungssysteme, eine aktive Infrastrukturpolitik und der Ausbau der öffentlichen Versorgungsbetriebe und Dienstleistungen, verbunden mit einer europaweiten gesellschaftlichen Aneignung von Gemeinschaftsleistungen wie Wasser- und Energieversorgung, Transport und Verkehr. Unabdingbar wäre schließlich auch das Verbot von Massenentlassungen in Großunternehmen, die Erhöhung der sozialen Mindestsicherung und der Niedriglöhne sowie abgestimmte und zwingende Maßnahmen zur schrittweisen Arbeitszeitreduzierung auf 32 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich.

Source: DER DRITTE WEG DER SOZIALDEMOKRATISCHEN ELITEN: Viel alter Wein und viele neue Schläuche

Kontakt

Sie sind in der Scharfschwerdtstraße 43 gelandet, dem Büro Blog von Karsten Poppe.

Ich arbeite für Sie als Lektor. Von Beratung und Textentwicklung (Korrekturen, Lektorat, Ghostwriting) bis zur Gestaltung (Word, Open Office, PDF, DocBook, HTML/CSS, LaTeX, ePub).

Dr. Karsten Poppe
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16540 Hohen Neuendorf
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Support auch in Zukunft im Kundenbereich.

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Was für ein Wort, denken. Denken ist nur aufmerksam hinhören.

- António Lobo Antunes

Wie ist es möglich, dass man nicht derartig, im Namen dieser Prinzipien da, zu solchen Zwecken und mit solchen Verfahren regiert wird - dass man nicht so und nicht dafür und nicht von denen da regiert wird?

- Michel Foucault

Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend: Denken hat die Wut sublimiert.

- Theodor W. Adorno

Tant mieux. Nicht weinen. Der Unsinn der kritischen Prognosen.

- Walter Benjamin

Heute kommt es (…) darauf an, zu retten, was von der persönlichen Freiheit noch übrig ist. Radikal sein heißt heute konservativ sein.

- Max Horkheimer

I have no spiritual investment in this world as it is.

- Jacob Taubes

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