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            <title>Scharfschwerdtstraße 43 - Notizen</title>
            <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/</link>
            <description>... übersetzen zwischen Mensch und Maschine</description>
            <dc:language>de-DE</dc:language>
            <dc:creator>K.P.</dc:creator>
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            <item>
    <title>Stadtverordnetenversammlung (SVV) Hohen Neuendorf - 2008 bis 2012</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/742</link>
   <pubDate>Wed, 16 May 2012 17:26:26 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>2008 haben in Oberhavel zuletzt Kommunalwahlen stattgefunden - ein Blick in die Hohen Neuendorfer Stadtverordnetenversammlung (SVV) zeigt, dass in den letzten vier Jahren fast die H&#228;lfte der urspr&#252;nglich gew&#228;hlten PolitikerInnen ihr Mandat aufgegeben haben.</p>
<p>Das hat Einfluss auf die politische Legitimation des Stadtparlaments, so dass vielleicht der Gedanke an k&#252;rzere Wahlperioden auf kommunaler Ebene gar nicht so abwegig ist. Ein paar Argumente f&#252;r eine Reform finden sich am Ende des Artikels.</p>
<h3>Brandenburger Kommunalwahlrecht</h3>
<p>Die Vertretungen der Gemeinden, der St&#228;dte und der Landkreise werden in Brandenburg auf f&#252;nf Jahre gew&#228;hlt. In St&#228;dten mit 15.000 bis zu 25.000 Einwohnern werden 28 Sitze, in solchen mit mehr als 25 000 bis zu 35 000 Einwohner werden 32 Sitze vergeben. (D.h. in Hohen Neuendorf werden wahrscheinlich bei der n&#228;chten Wahl (2013) vier zus&#228;tzliche Stadtverordnete gew&#228;hlt.)</p>
<p>Die Vertreter werden nach den Grunds&#228;tzen einer mit der Personenwahl verbundenen Verh&#228;ltniswahl gew&#228;hlt. Der W&#228;hler kann einem Bewerber bis zu drei Stimmen geben, und er kann dabei seine Stimmen auch Bewerbern verschiedener Wahlvorschl&#228;ge geben.</p>
<h3>Wahl 2008</h3>
<p>W&#228;hlerbewegungen werden gerne und oft analysiert und prognostiziert, aber wie sieht es mit den in Hohen Neuendorf gew&#228;hlten Stadtverordneten aus? Wer sitzt heute in der SVV, wer vor vier Jahren?</p>
<p><em>Stimmen</em>, das ist die Anzahl der f&#252;r den jeweilige(n) Kandiaten/Kandidatin abgebenen Stimmen. Die <em>prozentualen Anteile</em> beziehen sich auch die insgesamt f&#252;r die jeweilige Partei abgegebenen Stimmen.</p>
<p><del>Durchgestrichene Abgeordnete</del> sind nicht mehr in der SVV vertreten. Nachr&#252;cker sind <ins>unterstrichen</ins>.</p>
<h4>CDU (7 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Rink, Matthias (2133 Stimmen - 31,40%)</del></li>
<li>Apelt, Steffen (1349 Stimmen - 19,86%)</li>
<li>Dr. Weiland, Raimund (362 Stimmen - 5,33%)</li>
<li><del>Hauer, Christian (355 Stimmen - 5,23%)</del></li>
<li>Wollschl&#228;ger, Helmut (341 Stimmen - 5,02%)</li>
<li><del>Te&#223;mann, J&#252;rgen (259 Stimmen - 3,81%)</del></li>
<li><del>Prof. Dr. K&#252;ntscher, Markus (257 Stimmen - 3,78%)</del></li>
<li><ins>Wolf, Ulrich (185 Stimmen - 2,72%)</ins></li>
<li><ins>Loga, Maik (128 Stimmen - 1,88%)</ins></li>
<li><ins>Dieck, Marcel (116 Stimmen - 1,71%)</ins></li>
<li><ins>Heider, Michael (108 Stimmen - 1,59%)</ins></li>
</ul>
<h4>SPD (5 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Tornow, Lutz (1228 Stimmen - 22,20%)</del></li>
<li><del>Ziel, Alwin (644 Stimmen - 11,64%)</del></li>
<li>Gossmann-Reetz, Inka (594 Stimmen - 10,74%)</li>
<li>Lindner, Jutta Sigrid (453 Stimmen - 8,19%)</li>
<li>M&#252;ller, Siegfried Helmut (344 Stimmen - 6,22%)</li>
<li><ins>Andrle, Josef (318 Stimmen - 5,75%)</ins></li>
<li><ins>Bormeister, Fred Hans August (265 Stimmen - 4,79%)</ins></li>
</ul>
<h4>LINKE (6 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Bennewitz, Katrin (1702 Stimmen - 26,19%)</del></li>
<li>Tittelbach, Manfred (950 Stimmen - 14,62%)</li>
<li>Przybilla, Marian (530 Stimmen - 8,16%)</li>
<li><del>Krause, J&#252;rgen Alfred (508 Stimmen - 7,82%)</del></li>
<li>Kullack, Sebastian (495 Stimmen - 7,62%)</li>
<li><del>Schultz, Heinz-Dieter (333 Stimmen - 5,12%)</del></li>
<li><ins>L&#252;dtke, Lukas (316 Stimmen - 4,86%)</ins></li>
<li><ins>Potesta, Wilhelm (244 Stimmen - 3,75%)</ins></li>
<li><ins>Leonhardt, Bianca (237 Stimmen - 3,65%)</ins></li>
</ul>
<h4>B&#252;ndnis90/Die Gr&#252;nen (3 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Goetjes, Christian (811 Stimmen - 25,79%)</del></li>
<li>Klempnow, Marita Irma Liesbeth (602 Stimmen - 19,14%)</li>
<li><del>von Gizycki, Thomas Ulrich (595 Stimmen - 18,92%)</del></li>
<li><ins>Stefanov, Milutin (253 Stimmen - 8,04%)</ins></li>
<li><ins>Jirka, Oliver (103 Stimmen - 3,28%)</ins></li>
</ul>
<h4>FDP (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li>Erhardt-Maciejewski, Christian (383 Stimmen - 32,90%)</li>
</ul>
<h4>NPD (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li><del>Miosga, Richard Franz (638 Stimmen - 100,00%)</del></li>
</ul>
<h4>B&#252;rger f&#252;r Borgsdorf (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li><del>G&#252;ttler, Matthias (928 Stimmen - 72,11%)</del></li>
<li><ins>Dr. G&#252;ttler, Regina (49 Stimmen - 3,81%)</ins></li>
</ul>
<h4>Matthes (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li>Matthes, Norbert Otto (604 Stimmen - 100,00%)</li>
</ul>
<h4>Stadtverein Hohen Neuendorf e. V. (3 Sitze)</h4>
<ul>
<li>Dr. Guretzki, Hans-Joachim (1125 Stimmen - 37,79%)</li>
<li>Marquardt, Annette (360 Stimmen - 12,09%)</li>
<li>Schwanke, Matthias (221 Stimmen - 7,42%)</li>
</ul>
<h3>Auswertung</h3>
<p>Vergeben bei der Kommunalwahl 2008 wurden 28 Sitze.</p>
<p>In den letzten vier Jahren sind von den 28 urspr&#252;nglich gew&#228;hlten Abgeordneten 13 ausgeschieden und davon 12 Sitze neu besetzt worden. (Nachdem sich der Abgeordnete der NPD in braune So&#223;e aufgel&#246;st hat, besteht die Stadtverordnetenversammlung aus 27 Sitzen.)</p>
<p><em>Fast 50% der 2008 gew&#228;hlten Abgeordneten sitzen also nicht mehr in der SVV. Entfielen auf die 2008 gew&#228;hlten Stadtverordneten 19104 W&#228;hlerstimmen, so kommen die jetzt in der SVV pr&#228;senten PolitikerInnen nur noch auf 11035 Stimmen.</em></p>
<p>Einige PolitikerInnen sind heute im Kreistag pr&#228;sent, die gro&#223;e Mehrheit hat aus anderen, jeweils individuellen Gr&#252;nden ihren Sitz aufgegeben oder aufgeben m&#252;ssen: keine Lust mehr, berufliche Verpflichtungen, Krankheit.</p>
<p>Aber wie auch immer die genauen Ursachen nun aussehen m&#246;gen, die sich wahrscheinlich im Rahmen des &#220;blichen bewegen werden, in anderen Stadtparlamenten wird vermutlich &#196;hnliches zu beobachten sein ... das Fazit ist doch deutlich: mit dem Fortschreiten der Wahlperiode geht ein Legitimationsverlust der SVV einher. Verteten werden die W&#228;hlerInnen jetzt immer weniger durch die Personen, die sie 2008 gew&#228;hlt haben. (Womit &#252;berhaupt nichts &#252;ber das Engagement der jeweiligen PolitkerInnen gesagt ist.)</p>
<h3>Wahlperioden verk&#252;rzen</h3>
<p>Vielleicht sollten Kommunalwahlen alle ein oder zwei Jahre abgehalten werden.</p>
<ul>
<li>Durch die kleineren Abst&#228;nde k&#246;nnte auf Wahlkampf fast ganz verzichtet werden, Lokalpolitik bliebe auf Dauer lebendig und pr&#228;sent. </li>
<li>PolitikerInnen, die nach kurzer Zeit merken, dass dieses Gesch&#228;ft nichts f&#252;r sie ist, k&#246;nnten ohne Gesichtsverlust die B&#252;hne verlassen und m&#252;ssten nicht f&#252;nf Jahre durchhalten.</li>
<li>Die k&#252;rzeren Fristen lie&#223;en sich mit berufliche Planung viel besser in Einklang bringen, wer sich zur Wahl aufstellen l&#228;sst, kann absch&#228;tzen, ob in den n&#228;chsten ein oder zwei Jahren die f&#252;r die parlamentarische Arbeit n&#246;tige Zeit aufgebracht werden kann oder nicht.</li>
<li>Durch eine verk&#252;rzte Wahlperioden h&#228;tten B&#252;rgerInnen die Chance die Arbeit der PolitikerInnen sachgerechter zu beurteilen, was in ein oder zwei Jahren passiert ist, l&#228;sst sich (seitens der B&#252;rgerInnen) leichter &#252;berblicken und (seitens der PolitkerInnen) konzentrierter pr&#228;sentieren als nach f&#252;nf Jahren m&#246;glich ist.</li>
</ul>
<p>...</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>2008 haben in Oberhavel zuletzt Kommunalwahlen stattgefunden - ein Blick in die Hohen Neuendorfer Stadtverordnetenversammlung (SVV) zeigt, dass in den letzten vier Jahren fast die H&#228;lfte der urspr&#252;nglich gew&#228;hlten PolitikerInnen ihr Mandat aufgegeben haben.</p>
<p>Das hat Einfluss auf die politische Legitimation des Stadtparlaments, so dass vielleicht der Gedanke an k&#252;rzere Wahlperioden auf kommunaler Ebene gar nicht so abwegig ist. Ein paar Argumente f&#252;r eine Reform finden sich am Ende des Artikels.</p>
<h3>Brandenburger Kommunalwahlrecht</h3>
<p>Die Vertretungen der Gemeinden, der St&#228;dte und der Landkreise werden in Brandenburg auf f&#252;nf Jahre gew&#228;hlt. In St&#228;dten mit 15.000 bis zu 25.000 Einwohnern werden 28 Sitze, in solchen mit mehr als 25 000 bis zu 35 000 Einwohner werden 32 Sitze vergeben. (D.h. in Hohen Neuendorf werden wahrscheinlich bei der n&#228;chten Wahl (2013) vier zus&#228;tzliche Stadtverordnete gew&#228;hlt.)</p>
<p>Die Vertreter werden nach den Grunds&#228;tzen einer mit der Personenwahl verbundenen Verh&#228;ltniswahl gew&#228;hlt. Der W&#228;hler kann einem Bewerber bis zu drei Stimmen geben, und er kann dabei seine Stimmen auch Bewerbern verschiedener Wahlvorschl&#228;ge geben.</p>
<h3>Wahl 2008</h3>
<p>W&#228;hlerbewegungen werden gerne und oft analysiert und prognostiziert, aber wie sieht es mit den in Hohen Neuendorf gew&#228;hlten Stadtverordneten aus? Wer sitzt heute in der SVV, wer vor vier Jahren?</p>
<p><em>Stimmen</em>, das ist die Anzahl der f&#252;r den jeweilige(n) Kandiaten/Kandidatin abgebenen Stimmen. Die <em>prozentualen Anteile</em> beziehen sich auch die insgesamt f&#252;r die jeweilige Partei abgegebenen Stimmen.</p>
<p><del>Durchgestrichene Abgeordnete</del> sind nicht mehr in der SVV vertreten. Nachr&#252;cker sind <ins>unterstrichen</ins>.</p>
<h4>CDU (7 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Rink, Matthias (2133 Stimmen - 31,40%)</del></li>
<li>Apelt, Steffen (1349 Stimmen - 19,86%)</li>
<li>Dr. Weiland, Raimund (362 Stimmen - 5,33%)</li>
<li><del>Hauer, Christian (355 Stimmen - 5,23%)</del></li>
<li>Wollschl&#228;ger, Helmut (341 Stimmen - 5,02%)</li>
<li><del>Te&#223;mann, J&#252;rgen (259 Stimmen - 3,81%)</del></li>
<li><del>Prof. Dr. K&#252;ntscher, Markus (257 Stimmen - 3,78%)</del></li>
<li><ins>Wolf, Ulrich (185 Stimmen - 2,72%)</ins></li>
<li><ins>Loga, Maik (128 Stimmen - 1,88%)</ins></li>
<li><ins>Dieck, Marcel (116 Stimmen - 1,71%)</ins></li>
<li><ins>Heider, Michael (108 Stimmen - 1,59%)</ins></li>
</ul>
<h4>SPD (5 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Tornow, Lutz (1228 Stimmen - 22,20%)</del></li>
<li><del>Ziel, Alwin (644 Stimmen - 11,64%)</del></li>
<li>Gossmann-Reetz, Inka (594 Stimmen - 10,74%)</li>
<li>Lindner, Jutta Sigrid (453 Stimmen - 8,19%)</li>
<li>M&#252;ller, Siegfried Helmut (344 Stimmen - 6,22%)</li>
<li><ins>Andrle, Josef (318 Stimmen - 5,75%)</ins></li>
<li><ins>Bormeister, Fred Hans August (265 Stimmen - 4,79%)</ins></li>
</ul>
<h4>LINKE (6 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Bennewitz, Katrin (1702 Stimmen - 26,19%)</del></li>
<li>Tittelbach, Manfred (950 Stimmen - 14,62%)</li>
<li>Przybilla, Marian (530 Stimmen - 8,16%)</li>
<li><del>Krause, J&#252;rgen Alfred (508 Stimmen - 7,82%)</del></li>
<li>Kullack, Sebastian (495 Stimmen - 7,62%)</li>
<li><del>Schultz, Heinz-Dieter (333 Stimmen - 5,12%)</del></li>
<li><ins>L&#252;dtke, Lukas (316 Stimmen - 4,86%)</ins></li>
<li><ins>Potesta, Wilhelm (244 Stimmen - 3,75%)</ins></li>
<li><ins>Leonhardt, Bianca (237 Stimmen - 3,65%)</ins></li>
</ul>
<h4>B&#252;ndnis90/Die Gr&#252;nen (3 Sitze)</h4>
<ul>
<li><del>Goetjes, Christian (811 Stimmen - 25,79%)</del></li>
<li>Klempnow, Marita Irma Liesbeth (602 Stimmen - 19,14%)</li>
<li><del>von Gizycki, Thomas Ulrich (595 Stimmen - 18,92%)</del></li>
<li><ins>Stefanov, Milutin (253 Stimmen - 8,04%)</ins></li>
<li><ins>Jirka, Oliver (103 Stimmen - 3,28%)</ins></li>
</ul>
<h4>FDP (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li>Erhardt-Maciejewski, Christian (383 Stimmen - 32,90%)</li>
</ul>
<h4>NPD (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li><del>Miosga, Richard Franz (638 Stimmen - 100,00%)</del></li>
</ul>
<h4>B&#252;rger f&#252;r Borgsdorf (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li><del>G&#252;ttler, Matthias (928 Stimmen - 72,11%)</del></li>
<li><ins>Dr. G&#252;ttler, Regina (49 Stimmen - 3,81%)</ins></li>
</ul>
<h4>Matthes (1 Sitz)</h4>
<ul>
<li>Matthes, Norbert Otto (604 Stimmen - 100,00%)</li>
</ul>
<h4>Stadtverein Hohen Neuendorf e. V. (3 Sitze)</h4>
<ul>
<li>Dr. Guretzki, Hans-Joachim (1125 Stimmen - 37,79%)</li>
<li>Marquardt, Annette (360 Stimmen - 12,09%)</li>
<li>Schwanke, Matthias (221 Stimmen - 7,42%)</li>
</ul>
<h3>Auswertung</h3>
<p>Vergeben bei der Kommunalwahl 2008 wurden 28 Sitze.</p>
<p>In den letzten vier Jahren sind von den 28 urspr&#252;nglich gew&#228;hlten Abgeordneten 13 ausgeschieden und davon 12 Sitze neu besetzt worden. (Nachdem sich der Abgeordnete der NPD in braune So&#223;e aufgel&#246;st hat, besteht die Stadtverordnetenversammlung aus 27 Sitzen.)</p>
<p><em>Fast 50% der 2008 gew&#228;hlten Abgeordneten sitzen also nicht mehr in der SVV. Entfielen auf die 2008 gew&#228;hlten Stadtverordneten 19104 W&#228;hlerstimmen, so kommen die jetzt in der SVV pr&#228;senten PolitikerInnen nur noch auf 11035 Stimmen.</em></p>
<p>Einige PolitikerInnen sind heute im Kreistag pr&#228;sent, die gro&#223;e Mehrheit hat aus anderen, jeweils individuellen Gr&#252;nden ihren Sitz aufgegeben oder aufgeben m&#252;ssen: keine Lust mehr, berufliche Verpflichtungen, Krankheit.</p>
<p>Aber wie auch immer die genauen Ursachen nun aussehen m&#246;gen, die sich wahrscheinlich im Rahmen des &#220;blichen bewegen werden, in anderen Stadtparlamenten wird vermutlich &#196;hnliches zu beobachten sein ... das Fazit ist doch deutlich: mit dem Fortschreiten der Wahlperiode geht ein Legitimationsverlust der SVV einher. Verteten werden die W&#228;hlerInnen jetzt immer weniger durch die Personen, die sie 2008 gew&#228;hlt haben. (Womit &#252;berhaupt nichts &#252;ber das Engagement der jeweiligen PolitkerInnen gesagt ist.)</p>
<h3>Wahlperioden verk&#252;rzen</h3>
<p>Vielleicht sollten Kommunalwahlen alle ein oder zwei Jahre abgehalten werden.</p>
<ul>
<li>Durch die kleineren Abst&#228;nde k&#246;nnte auf Wahlkampf fast ganz verzichtet werden, Lokalpolitik bliebe auf Dauer lebendig und pr&#228;sent. </li>
<li>PolitikerInnen, die nach kurzer Zeit merken, dass dieses Gesch&#228;ft nichts f&#252;r sie ist, k&#246;nnten ohne Gesichtsverlust die B&#252;hne verlassen und m&#252;ssten nicht f&#252;nf Jahre durchhalten.</li>
<li>Die k&#252;rzeren Fristen lie&#223;en sich mit berufliche Planung viel besser in Einklang bringen, wer sich zur Wahl aufstellen l&#228;sst, kann absch&#228;tzen, ob in den n&#228;chsten ein oder zwei Jahren die f&#252;r die parlamentarische Arbeit n&#246;tige Zeit aufgebracht werden kann oder nicht.</li>
<li>Durch eine verk&#252;rzte Wahlperioden h&#228;tten B&#252;rgerInnen die Chance die Arbeit der PolitikerInnen sachgerechter zu beurteilen, was in ein oder zwei Jahren passiert ist, l&#228;sst sich (seitens der B&#252;rgerInnen) leichter &#252;berblicken und (seitens der PolitkerInnen) konzentrierter pr&#228;sentieren als nach f&#252;nf Jahren m&#246;glich ist.</li>
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<p>...</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Mythos der Christenverfolgung</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/741</link>
   <pubDate>Wed, 16 May 2012 07:54:17 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Obwohl sie die weltweit zahlen- und einflussreichste Religionsgemeinschaft darstellt, beklagen auch in Deutschland mit gro&#223;er Vehemenz und Regelm&#228;&#223;igkeit Kirchenvertreter aus dem Klerus und in der Politik eine Christenverfolgung, die in vielen Regionen der Welt stattfinde. So gestern bei Maischberger der Feuilletonist und Katholikendarsteller Matthias Matussek.</p>
<p>So hatte Radio Vatikan noch am vergangenen Freitag berichtet, dass Benedikt XVI. bei einem Empfang von Vertretern der p&#228;pstlichen Missionswerke erneut eine <q>anhaltende Christenverfolgung</q> beklagt habe. <q>Ihr wisst, dass die Verk&#252;ndigung des Evangeliums nicht selten Schwierigkeiten und Leiden mit sich bringt; das Wachstum des Reiches Gottes in der Welt wird nicht selten mit dem Blut seiner Diener erkauft</q>, stellte Benedikt XVI. fest.</p>
<blockquote>
<p>Doch werden christliche Gl&#228;ubige aufgrund ihrer religi&#246;sen Identit&#228;t wirklich in besonderer Weise verfolgt? Nicht nur bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) gibt es daran erhebliche Zweifel, wie eine entsprechende Anfrage im vergangenen Jahr ergab. Ein Sprecher sagte, dass es immer wieder mal F&#228;lle von Verfolgungen aufgrund des Glaubensbekenntnisses gebe. Eine systematische Verfolgung von Christen konnte man bei Amnesty allerdings nicht best&#228;tigen. Oft stelle das politische Engagement den Grund von tats&#228;chlichen Verfolgungen dar, da sich die Anh&#228;nger von religi&#246;sen &#220;berzeugungen auch politisch engagieren.</p>
<p>Mit Ausnahme von Saudi Arabien <q>k&#246;nnen Christen in allen L&#228;ndern der Region ihre Religion ungehindert aus&#252;ben</q>, sagte der Sachverst&#228;ndige Prof. Mitri Raheb. Trotz aufsehenerregender und gewaltt&#228;tiger Ereignisse, wie etwa Angriffe auf koptisch-orthodoxe Christen in &#196;gypten und kirchliche Geb&#228;ude, k&#246;nne laut dem Sachverst&#228;ndigen Fritz Erich Anhelm von einer systematischen Verfolgung keine Rede sein. Probleme seien eher in einem mangelnden staatlichen Schutz  vor &#220;bergriffen und einer ungen&#252;genden Strafverfolgung durch Polizei und Justiz zu sehen, von denen aber auch alle anderen religi&#246;sen Minderheiten in den islamischen Mehrheitsgesellschaften betroffen sind.</p>
</blockquote>
<p>(Bei evangelikalen und bibeltreuen Christen geht (anders als bei den nur schlecht informierter Katholiken und Protestanten) die Geschichtsklitterung unter apokalyptischen Vorzeichen dann soweit, dass man sich gleich am Ende einer zuerst in der Apostelgeschichte berichteten Geschichte der Christenverfolgung sieht und beleidigt die verfolgte Unschuld gibt und zu schmollen anf&#228;ngt, sobald ein kritisches Wort der, wie man gerne sagt, <a rel="external nofollow" href="http://www.bibelportal.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=91:christenverfolgung-fr-und-heute-eine-einfng&amp;catid=21:biblische-themen">Anfeindung</a> f&#228;llt. )</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Obwohl sie die weltweit zahlen- und einflussreichste Religionsgemeinschaft darstellt, beklagen auch in Deutschland mit gro&#223;er Vehemenz und Regelm&#228;&#223;igkeit Kirchenvertreter aus dem Klerus und in der Politik eine Christenverfolgung, die in vielen Regionen der Welt stattfinde. So gestern bei Maischberger der Feuilletonist und Katholikendarsteller Matthias Matussek.</p>
<p>So hatte Radio Vatikan noch am vergangenen Freitag berichtet, dass Benedikt XVI. bei einem Empfang von Vertretern der p&#228;pstlichen Missionswerke erneut eine <q>anhaltende Christenverfolgung</q> beklagt habe. <q>Ihr wisst, dass die Verk&#252;ndigung des Evangeliums nicht selten Schwierigkeiten und Leiden mit sich bringt; das Wachstum des Reiches Gottes in der Welt wird nicht selten mit dem Blut seiner Diener erkauft</q>, stellte Benedikt XVI. fest.</p>
<blockquote>
<p>Doch werden christliche Gl&#228;ubige aufgrund ihrer religi&#246;sen Identit&#228;t wirklich in besonderer Weise verfolgt? Nicht nur bei der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI) gibt es daran erhebliche Zweifel, wie eine entsprechende Anfrage im vergangenen Jahr ergab. Ein Sprecher sagte, dass es immer wieder mal F&#228;lle von Verfolgungen aufgrund des Glaubensbekenntnisses gebe. Eine systematische Verfolgung von Christen konnte man bei Amnesty allerdings nicht best&#228;tigen. Oft stelle das politische Engagement den Grund von tats&#228;chlichen Verfolgungen dar, da sich die Anh&#228;nger von religi&#246;sen &#220;berzeugungen auch politisch engagieren.</p>
<p>Mit Ausnahme von Saudi Arabien <q>k&#246;nnen Christen in allen L&#228;ndern der Region ihre Religion ungehindert aus&#252;ben</q>, sagte der Sachverst&#228;ndige Prof. Mitri Raheb. Trotz aufsehenerregender und gewaltt&#228;tiger Ereignisse, wie etwa Angriffe auf koptisch-orthodoxe Christen in &#196;gypten und kirchliche Geb&#228;ude, k&#246;nne laut dem Sachverst&#228;ndigen Fritz Erich Anhelm von einer systematischen Verfolgung keine Rede sein. Probleme seien eher in einem mangelnden staatlichen Schutz  vor &#220;bergriffen und einer ungen&#252;genden Strafverfolgung durch Polizei und Justiz zu sehen, von denen aber auch alle anderen religi&#246;sen Minderheiten in den islamischen Mehrheitsgesellschaften betroffen sind.</p>
</blockquote>
<p>(Bei evangelikalen und bibeltreuen Christen geht (anders als bei den nur schlecht informierter Katholiken und Protestanten) die Geschichtsklitterung unter apokalyptischen Vorzeichen dann soweit, dass man sich gleich am Ende einer zuerst in der Apostelgeschichte berichteten Geschichte der Christenverfolgung sieht und beleidigt die verfolgte Unschuld gibt und zu schmollen anf&#228;ngt, sobald ein kritisches Wort der, wie man gerne sagt, <a rel="external nofollow" href="http://www.bibelportal.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=91:christenverfolgung-fr-und-heute-eine-einfng&amp;catid=21:biblische-themen">Anfeindung</a> f&#228;llt. )</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Respekt!</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/740</link>
   <pubDate>Wed, 16 May 2012 07:10:02 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Eine Viertelstunde soziologische Studien (oder genauer: Studien der Inszenierung des Soziologischen) beim "Frauentausch" und klar ist, was vom Wort "Respekt" eigentlich zu erwarten ist.</p>
<p>Die Parole <q>Respekt</q> enth&#228;lt den allt&#228;glichen Faschismus wie in einer Nusssschale, sie bedeutet schlicht und einfach:</p>
<ol>
<li>Halt's Maul!</li>
<li>Unterwirf dich!</li>
</ol>
<p>Auf dieser Forderung kann deswegen kein Kampf um Anerkennung, aus dem ja (f&#252;r Hegelianer) Respekt erst hervorgehen k&#246;nnte, beruhen. Wer heute Respekt verlangt, will den Anderen gr&#252;ndlich zum Schweigen bringen. Und wer sich nicht unterwirft und schweigt, hat mit physischen Sanktionen zu rechnen. Wer keinen Respekt zeigt, hei&#223;t das, und dem Herrn nicht nach dem Mund redet, dem bl&#252;ht Gewalt.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Eine Viertelstunde soziologische Studien (oder genauer: Studien der Inszenierung des Soziologischen) beim "Frauentausch" und klar ist, was vom Wort "Respekt" eigentlich zu erwarten ist.</p>
<p>Die Parole <q>Respekt</q> enth&#228;lt den allt&#228;glichen Faschismus wie in einer Nusssschale, sie bedeutet schlicht und einfach:</p>
<ol>
<li>Halt's Maul!</li>
<li>Unterwirf dich!</li>
</ol>
<p>Auf dieser Forderung kann deswegen kein Kampf um Anerkennung, aus dem ja (f&#252;r Hegelianer) Respekt erst hervorgehen k&#246;nnte, beruhen. Wer heute Respekt verlangt, will den Anderen gr&#252;ndlich zum Schweigen bringen. Und wer sich nicht unterwirft und schweigt, hat mit physischen Sanktionen zu rechnen. Wer keinen Respekt zeigt, hei&#223;t das, und dem Herrn nicht nach dem Mund redet, dem bl&#252;ht Gewalt.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Legenden aus Sintra (eBook)</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/739</link>
   <pubDate>Mon, 14 May 2012 11:47:12 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>In diesem eBook habe ich Legenden aus Sintra gesammelt und ins Deutsche &#252;bertragen. Die Geschichten handeln von seufzenden Prinzessinnen, christlichen Rittern, Hexen und geschw&#228;tzigen Elstern.</p>
<p>Das ist die erste Ver&#246;ffentlichung, Aktualisierungen mit Erg&#228;nzungen und Verbesserungen werden folgen. Das eBook ist bis jetzt nur im Format .epub erh&#228;ltlich, andere Formate, auch f&#252;r spezielle Ausgabeger&#228;te angepasst, gibt es sp&#228;ter.</p>
<p>Zum Herunterladen: <a href="?module=uploads&amp;func=download&amp;fileId=288">Legenden aus Sintra</a>, Version 0.1</p>
<p>Und: <a rel="external" href="http://www.sintra-portugal.de/">mehr &#252;ber Sintra</a>!</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>In diesem eBook habe ich Legenden aus Sintra gesammelt und ins Deutsche &#252;bertragen. Die Geschichten handeln von seufzenden Prinzessinnen, christlichen Rittern, Hexen und geschw&#228;tzigen Elstern.</p>
<p>Das ist die erste Ver&#246;ffentlichung, Aktualisierungen mit Erg&#228;nzungen und Verbesserungen werden folgen. Das eBook ist bis jetzt nur im Format .epub erh&#228;ltlich, andere Formate, auch f&#252;r spezielle Ausgabeger&#228;te angepasst, gibt es sp&#228;ter.</p>
<p>Zum Herunterladen: <a href="?module=uploads&amp;func=download&amp;fileId=288">Legenden aus Sintra</a>, Version 0.1</p>
<p>Und: <a rel="external" href="http://www.sintra-portugal.de/">mehr &#252;ber Sintra</a>!</p> ]]></content:encoded>
    <guid isPermaLink="true">http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/739</guid>
</item>
            <item>
    <title>EPUBReader - Firefox-Addon für eBooks im Format .epub</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/737</link>
   <pubDate>Mon, 14 May 2012 11:39:34 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>EPUBReader ist ein Firefox-Addon, mit dem man ePub-Dateien direkt in Firefox lesen kann.</p>
<p>Wenn Sie auf einer Website auf einen ePub-Link klicken, &#246;ffnet sich normalerweise der Firefox "Speichern"-Dialog. Wenn Sie EPUBReader installiert haben, wird stattdessen die ePub-Datei heruntergeladen, verarbeitet und direkt lesefertig angezeigt.</p>
<p>Das <a rel="external" href="http://www.epubread.com/de/">Addon</a> l&#228;uft auf allen Betriebssystemen, auf denen Firefox l&#228;uft (Windows, MacOS X, Linux) und ist auch auf Deutsch verf&#252;gbar.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>EPUBReader ist ein Firefox-Addon, mit dem man ePub-Dateien direkt in Firefox lesen kann.</p>
<p>Wenn Sie auf einer Website auf einen ePub-Link klicken, &#246;ffnet sich normalerweise der Firefox "Speichern"-Dialog. Wenn Sie EPUBReader installiert haben, wird stattdessen die ePub-Datei heruntergeladen, verarbeitet und direkt lesefertig angezeigt.</p>
<p>Das <a rel="external" href="http://www.epubread.com/de/">Addon</a> l&#228;uft auf allen Betriebssystemen, auf denen Firefox l&#228;uft (Windows, MacOS X, Linux) und ist auch auf Deutsch verf&#252;gbar.</p> ]]></content:encoded>
    <guid isPermaLink="true">http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/737</guid>
</item>
            <item>
    <title>Salafiten und christliche Fundamentalisten - religiöse Delegitimation der Demokratie</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/736</link>
   <pubDate>Mon, 14 May 2012 07:18:33 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Salafiten wollen Millionen Exemplare des Koran verteilen und die Aufregung ist gro&#223;. Claudia Dantschke erkl&#228;rt den Salafismus - und legt dabei den Kernbestand und politischen Horizont auch des christlichen Fundamentalismus frei.</p>
<p>Claudia Dantschke charakterisiert den Salafismus vor allem durch diese Elemente:</p>
<ul>
<li>eine dichotome Weltsicht, alles wird eingeteilt in <q>richtig</q> und <q>falsch</q>, <q>gut</q> und <q>b&#246;se</q>, <q>schwarz</q> und <q>wei&#223;</q> &ndash; ohne Graut&#246;ne dazwischen</li>
<li>nur wer diesem religi&#246;sen Weg folgt, habe &#252;berhaupt die Chance, ins Paradies einzuziehen, allen anderen drohe die H&#246;lle</li>
<li>das Leben im Diesseits sei streng nach dem <q>Willen Allahs</q> auszurichten, von allem was nicht in &#220;bereinstimmung mit Allahs Geboten stehe (wie Salafiten sie verstehen), m&#252;ssten gl&#228;ubige Muslime sich lossagen</li>
<li>Bedingungsloser Gehorsam, dem alle eigenen W&#252;nsche unterzuordnen sind, wird hier gepredigt, zu diesen Befehlen geh&#246;ren neben der strengen Praktizierung <q>des Islam</q> im Alltag, einschlie&#223;lich Kleidung und rigider Ethik- und Moralvorschriften (Geschlechtertrennung), auch der Abbruch der sozialen Kontakte zu allen, die dieser Islaminterpretation nicht folgen</li>
</ul>
<p>Die Konsequenz der fundamentalistischen Perspektive:</p>
<blockquote>
<p>Demokratie als System wird offen abgelehnt, auch propagandistisch als Weg des Unglaubens diffamiert, der direkt in die H&#246;lle f&#252;hre. Es wird aber keine Gewalt legitimiert oder offene f&#252;r einen Umsturz geworben. Vielmehr w&#252;rde sich die Demokratie selbst er&#252;brigen, wenn nur genug Menschen zum &ldquo;wahren Glauben&rdquo; finden, weshalb Muslime, die noch nicht dem salafitischen Weg folgen und Nichtmuslime &ldquo;aufgekl&#228;rt&rdquo; werden m&#252;ssten.</p>
</blockquote>
<p>Ein Blick in deren Publikationen gen&#252;gt, um zu sehen, dass genau so die politisch-theologische Leitlinie auch christlicher Fundamentalisten, wie z.B. der Br&#252;derbewegung verl&#228;uft. Mit einer angeblich unpolitischen Ideologie wird die religi&#246;se Delegitimation der Demokratie bezweckt.</p>
<p>Der Unterschied ist, dass die b&#228;rtigen Salafisten sich viel besser zum Feindbild eignen, so dass vor der eigenen Haust&#252;r, wenn z.B. Kinder in christlichen Freizeit- und Sozialeinrichtungen fundamentalistisch indoktriniert werden, gar nicht erst gekehrt werden muss.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Salafiten wollen Millionen Exemplare des Koran verteilen und die Aufregung ist gro&#223;. Claudia Dantschke erkl&#228;rt den Salafismus - und legt dabei den Kernbestand und politischen Horizont auch des christlichen Fundamentalismus frei.</p>
<p>Claudia Dantschke charakterisiert den Salafismus vor allem durch diese Elemente:</p>
<ul>
<li>eine dichotome Weltsicht, alles wird eingeteilt in <q>richtig</q> und <q>falsch</q>, <q>gut</q> und <q>b&#246;se</q>, <q>schwarz</q> und <q>wei&#223;</q> &ndash; ohne Graut&#246;ne dazwischen</li>
<li>nur wer diesem religi&#246;sen Weg folgt, habe &#252;berhaupt die Chance, ins Paradies einzuziehen, allen anderen drohe die H&#246;lle</li>
<li>das Leben im Diesseits sei streng nach dem <q>Willen Allahs</q> auszurichten, von allem was nicht in &#220;bereinstimmung mit Allahs Geboten stehe (wie Salafiten sie verstehen), m&#252;ssten gl&#228;ubige Muslime sich lossagen</li>
<li>Bedingungsloser Gehorsam, dem alle eigenen W&#252;nsche unterzuordnen sind, wird hier gepredigt, zu diesen Befehlen geh&#246;ren neben der strengen Praktizierung <q>des Islam</q> im Alltag, einschlie&#223;lich Kleidung und rigider Ethik- und Moralvorschriften (Geschlechtertrennung), auch der Abbruch der sozialen Kontakte zu allen, die dieser Islaminterpretation nicht folgen</li>
</ul>
<p>Die Konsequenz der fundamentalistischen Perspektive:</p>
<blockquote>
<p>Demokratie als System wird offen abgelehnt, auch propagandistisch als Weg des Unglaubens diffamiert, der direkt in die H&#246;lle f&#252;hre. Es wird aber keine Gewalt legitimiert oder offene f&#252;r einen Umsturz geworben. Vielmehr w&#252;rde sich die Demokratie selbst er&#252;brigen, wenn nur genug Menschen zum &ldquo;wahren Glauben&rdquo; finden, weshalb Muslime, die noch nicht dem salafitischen Weg folgen und Nichtmuslime &ldquo;aufgekl&#228;rt&rdquo; werden m&#252;ssten.</p>
</blockquote>
<p>Ein Blick in deren Publikationen gen&#252;gt, um zu sehen, dass genau so die politisch-theologische Leitlinie auch christlicher Fundamentalisten, wie z.B. der Br&#252;derbewegung verl&#228;uft. Mit einer angeblich unpolitischen Ideologie wird die religi&#246;se Delegitimation der Demokratie bezweckt.</p>
<p>Der Unterschied ist, dass die b&#228;rtigen Salafisten sich viel besser zum Feindbild eignen, so dass vor der eigenen Haust&#252;r, wenn z.B. Kinder in christlichen Freizeit- und Sozialeinrichtungen fundamentalistisch indoktriniert werden, gar nicht erst gekehrt werden muss.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Bischof Dröge begrüßt Pläne zum Salafisten-Verbot - und vergisst christlichen Fundamentalismus</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/735</link>
   <pubDate>Mon, 14 May 2012 06:46:54 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Der evangelische Berliner Bischof Markus Dr&#246;ge begr&#252;&#223;t die Pl&#228;ne von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zum Verbot der Salafisten.</p>
<p>Abgesehen davon, dass solche Verbote <a rel="external" href="http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-zu-salafisten-im-kampf-mit-salafisten,1472602,15209710.html">unsinning und wenig hilfreich</a> sind, ist doch interesant, wie Dr&#246;ge seinen Vorschlag begr&#252;ndet:</p>
<ol>
<li>die Salafisten <q>lehnen die moderne Welt pauschal ab</q></li>
<li>sie sind <q>nicht dialogf&#228;hig</q>.</li>
</ol>
<p>Ich sch&#228;tze, es darf nicht damit gerechnet werden, dass der evangelische Bischof diese Kriterien auch auf&#160; Freikirchen und bibeltreue Fundamentalisten angewendet sehen m&#246;chte.</p>
<p>Die politische Verachtung (und die theologische Legetimation dieser Verachtung) der modernen, d.h. westlichen, demokratischen und liberalen Welt steht ja eben genau auch auf deren Programm, und in diesem Affekt sind sich die Fundamentalisten christlicher und islamischer Herkunft ganz einig.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Der evangelische Berliner Bischof Markus Dr&#246;ge begr&#252;&#223;t die Pl&#228;ne von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich zum Verbot der Salafisten.</p>
<p>Abgesehen davon, dass solche Verbote <a rel="external" href="http://www.fr-online.de/meinung/leitartikel-zu-salafisten-im-kampf-mit-salafisten,1472602,15209710.html">unsinning und wenig hilfreich</a> sind, ist doch interesant, wie Dr&#246;ge seinen Vorschlag begr&#252;ndet:</p>
<ol>
<li>die Salafisten <q>lehnen die moderne Welt pauschal ab</q></li>
<li>sie sind <q>nicht dialogf&#228;hig</q>.</li>
</ol>
<p>Ich sch&#228;tze, es darf nicht damit gerechnet werden, dass der evangelische Bischof diese Kriterien auch auf&#160; Freikirchen und bibeltreue Fundamentalisten angewendet sehen m&#246;chte.</p>
<p>Die politische Verachtung (und die theologische Legetimation dieser Verachtung) der modernen, d.h. westlichen, demokratischen und liberalen Welt steht ja eben genau auch auf deren Programm, und in diesem Affekt sind sich die Fundamentalisten christlicher und islamischer Herkunft ganz einig.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Armut bedroht Menschenrechte in Portugal</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/734</link>
   <pubDate>Thu, 10 May 2012 11:02:22 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>W&#228;hrend in Deutschland Spiegel &amp; Bild sich &#252;ber die Ergebnisse demokratischer Wahlen in Griechenland entsetzt zeigen und das Schreckgespenst des Linksradikalismus an die Wand malen, stellt der Kommissar f&#252;r Menschenrechte des Europarats fest, dass die Sparpolitik in Portugal die Meschenrechte bedroht.</p>
<p>Die Sparma&#223;nahmen, die man in Deutschland vornehm unter dem Schlagwort <em>Austerit&#228;t</em> predigt, seien, so Nils Muiznieks, nicht ausgewogen und bedrohten em Ende die, denen es ohnehin am schlechtesten gehe, Kinder und Alte.</p>
<p>Oder, wie der Dichter sagt: The class war's real and not mythologized.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>W&#228;hrend in Deutschland Spiegel &amp; Bild sich &#252;ber die Ergebnisse demokratischer Wahlen in Griechenland entsetzt zeigen und das Schreckgespenst des Linksradikalismus an die Wand malen, stellt der Kommissar f&#252;r Menschenrechte des Europarats fest, dass die Sparpolitik in Portugal die Meschenrechte bedroht.</p>
<p>Die Sparma&#223;nahmen, die man in Deutschland vornehm unter dem Schlagwort <em>Austerit&#228;t</em> predigt, seien, so Nils Muiznieks, nicht ausgewogen und bedrohten em Ende die, denen es ohnehin am schlechtesten gehe, Kinder und Alte.</p>
<p>Oder, wie der Dichter sagt: The class war's real and not mythologized.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Blaues Kreuz in Hohen Neuendorf</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/733</link>
   <pubDate>Fri, 04 May 2012 07:14:36 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Hohen Neuendorf wurden in diesem Jahr Menschen geehrt, die, so kann man auf der Website der Stadt erfahren, anderen Menschen selbstlos ihre Zeit, ihre Erfahrung und ihre Liebe schenken, indem sie diese ehrenamtlich und fern von &#214;ffentlichkeit in den gro&#223;en und kleinen Dingen des Alltags unterst&#252;tzen.</p>
<p>Auch in der Lokalpresse wurde dar&#252;ber berichtet. Geehrt wurde u.a. der Gr&#252;nder der&#160;Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes in Hohen Neuendorf.&#160;</p>
<p><em>Blaues Kreuz</em>? Im Artikel auf der Website der Stadt erf&#228;hrt man nur, dass es sich dabei um eine&#160;Selbsthilfegruppe f&#252;r Suchtkranke handelt.</p>
<p>Man erf&#228;hrt leider nicht, um welches <em>Blaues Kreuz</em> es sich denn handelt, und auch nicht, dass es sich dabei um eine christlich(-diakonische) Einrichtung handelt. Denn unter dem Namen Blaues Kreuz firmieren in Deutschland gleich zwei Einrichtungen: das <em>Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche</em> (BKE)&#160; und das <em>Blaue Kreuz in Deutschland</em> (BKD).</p>
<p>Beide Verb&#228;nde haben <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.org/cms/front_content.php?idart=21">gemeinsame Wurzeln</a>. 1902 teilte sich der Verband aufgrund un&#252;berwindbarer Konflikte. Heute arbeiten beide in Projekten und Gremien zusammen, sind aber ihrem jeweiligen Profil treu geblieben; w&#228;hrend das BKE auf einem liberalen Selbstverst&#228;ndnis gr&#252;ndet, ist das BKD deutlich konservativer und evangelikal ausgerichtet.&#160;</p>
<p>In <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.de/berlin-brb/gruppe.htm">Hohen Neuendorf</a> widmet sich eine Selbsthilfegruppe des&#160;<em>Blauen Kreuzes in Deutschland</em>&#160;(BKD) der Arbeit mit Suchtkranken.</p>
<h3 id="heading_id_3">Blaue Kreuz in Deutschland (BKD) (Hohen Neuendorf)</h3>
<p>Das Blaue Kreuz in Deutschland (BKD), ist &#160;&#252;berkonfessionell &#160;t&#228;tig, jedoch mit der &#160;<a rel="external" href="http://www.ead.de/">Evangelischen Allianz</a> verbunden, einem&#160;<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Evangelische_Allianz">evangelikalen Netzwerk</a> von Einzelpersonen aus verschiedenen reformatorischen Kirchen, Freikirchen und&#160;Gemeinschaften.</p>
<p>In der DDR war das Blaue Kreuz als Verein verboten. Darum wurde am 1. Januar 1960 die &bdquo;Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Abwehr der Suchtgefahren (AGAS)&ldquo; unter dem Dach der Inneren Mission gegr&#252;ndet. Nach dem Fall der Mauer schlossen sich das Blaue Kreuz und die AGAS 1991 zusammen.</p>
<p>Das Blaue Kreuz unterst&#252;tzt, so das offizielle Selbstverst&#228;ndnis, <q>Abh&#228;ngige und Suchtgef&#228;hrdete sowie ihre Angeh&#246;rigen, einen Weg aus der Sucht zu finden und das Ziel zu erreichen: befreit leben lernen</q>.&#160;Das muss man so verstehen, dass diese Befreiung immer auch eine Befreiung zum christlichen Glauben (nach dem Verst&#228;ndnis der evangelischen Allianz) ist:</p>
<blockquote>
<p>Jesus Christus ist uns pers&#246;nlicher Bezugspunkt. Er befreit zu einem lebendigen Glauben und vermittelt Sinn, Ziel und neue Lebensinhalte. Er motiviert uns zu verantwortlichem und diakonischem Handeln. Darum sind wir offen f&#252;r alle, mit denen Gott uns Begegnung schenkt.</p>
</blockquote>
<p>Eine Selbsthilfeeinrichtung des Blauen Kreuzes in Deutschland (BKD) ist deswegen immer auch missionarisch. Genauer: das therapeutische Ziel <q>befreit zu leben</q> wird ohne das missionarische Ziel gar nicht zu erreichen sein. Von der Bindung an Suchtmittel kann man in letzter Konsequenz nur durch den Glauben befreit werden.</p>
<p>So ist das Blaue Kreuz (BKD) dann zwar&#160;<a rel="external" href="http://www.sekis-oberhavel.de/index.php?st=c&amp;m=200&amp;vr=21">"offen f&#252;r jeden"</a>, aber <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.de/index.php?id=62">Mitglied</a> kann nur werden, wer sich zu den vom BKD vorgegebenen christlichen Glaubensformeln&#160;&#160;(und nat&#252;rlich ist dieses christliche Bekenntnis nicht, wie Evangelikale gerne suggerieren, <em>das&#160;gemeinsame Bekenntnis aller Christen</em>, sondern&#160;<em>eine christliche Position unter vielen</em>)&#160;bekennt:</p>
<blockquote>
<p>Wir freuen uns sehr, dass Sie Mitglied im Blauen Kreuz in Deutschland e.V. werden wollen, denn wir sind &#252;berzeugt, dass ein solcher Schritt sowohl f&#252;r Sie als auch f&#252;r andere zum Segen werden kann.&#160;Das Blaue Kreuz will Ihnen helfen, im Glauben an Jesus Christus und in Ihrer abstinenten Lebensweise best&#228;rkt zu werden, um so vor einer Bindung an Suchtmittel bewahrt zu bleiben. Gleichzeitig bezeugen Sie durch Ihre Mitgliedschaft, dass das Evangelium und die Abstinenz die tragenden S&#228;ulen der Hilfe f&#252;r Suchtkranke und ihre Angeh&#246;rigen sind.</p>
</blockquote>
<h4 id="heading_id_4">Evangelikaler Hintergrund</h4>
<p><a rel="external" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56756333.html">2008 berichtet der Spiegel</a> anl&#228;sslich des <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christival">Christivals</a> &#252;ber den Aufschwung der evangelikalen Christen in Deutschland:</p>
<blockquote>
<p>jener konservativen Protestanten, die in den USA so gut vernetzt sind, dass der m&#228;chtigste Mann der Welt, der mit ihnen sympathisierende amerikanische Pr&#228;sident, sie sehr ernst nimmt. Sie nehmen die Bibel wortw&#246;rtlich, machen mobil gegen Homosexualit&#228;t, gegen Sex vor der Ehe, gegen das Recht auf Abtreibung und die Darwinsche Evolutionstheorie. Sie wollen weltweit das Christentum voranbringen - Ungl&#228;ubige und Muslime missionieren.</p>
</blockquote>
<p>In diesem Netz sei auch das Blaue Kreuz aktiv:</p>
<blockquote>
<p>Der Christival-Vorsitzende Roland Werner predigt nicht nur hierzulande, er war Gastdozent an einer evangelikalen Theologen-Ausbildungsst&#228;tte bei Boston in den USA. Schwulsein, findet er, sei "nicht dem Willen Gottes gem&#228;&#223;". Ein anderer Christival-Mitveranstalter, der Suchthilfe-Verein Blaues Kreuz, schreibt in seiner Handreichung "Fragen nach Sexualit&#228;t und Ehe": Homosexualit&#228;t "kann geheilt werden".</p>
</blockquote>
<p>Beim ersten <q>Christival</q> 1976 der US-Amerikaner Billy Graham als Starprediger zu Gast. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des evangelikalen Glaubens und hat im Lauf von f&#252;nfzig Jahren weltweit vor insgesamt etwa 200 Millionen Menschen gepredigt. Seine Veranstaltungen bezeichnete er als <q>Kreuzz&#252;ge f&#252;r Christus</q>. Graham wurde auch <q>Maschinengewehr Gottes</q> genannt. (Quelle: <a rel="external" href="http://books.google.de/books?id=Ta7ZmTiWVa8C&amp;lpg=PA245&amp;ots=3N07JyvKbh&amp;dq=christival%20mission%20gottesreich&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Lambrecht, Oda / Baars, Christian: Mission Gottesreich</a>)</p>
<p>Und zu dem vom Blauen Kreuz (BKD) angebotenen Material geh&#246;ren nat&#252;rlich auch Predigten von <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Billy_Graham">Billy Graham</a>. Der amerikanische Pr&#228;sident Bush wurde nach eigenen Aussagen bei der &#220;berwindung seiner Alkoholprobleme entscheidend durch den evangelikalen Prediger unterst&#252;tzt. Die Geschichte ist bekannt, <a rel="external" href="http://www.schmidt-salomon.de/editMIZ103.htm">so erz&#228;hlt sie Michael Schmidt-Salomon</a>:</p>
<blockquote>
<p>Nach einem hemmungslosen Saufgelage entdeckte der mittlerweile 40-j&#228;hrige Bush junior (so will es die offiziell verbreitete Bekehrungslegende) jenes lang verdr&#228;ngte Idol wieder, das man ihm in seiner Kindheit als den &bdquo;gr&#246;&#223;ten F&#252;rsten der Welt&ldquo; verkauft hatte: Jesus Christus. Von da an war Bushs Aufstieg nicht mehr aufzuhalten. Der wiedergeborene Christ avancierte zum m&#228;chtigsten Mann der Welt, was die Welt vielleicht noch einigerma&#223;en verkraftet h&#228;tte, w&#228;re da nicht der 11. September dazwischen gekommen. Wie Vertraute des Pr&#228;sidenten berichteten, war Bush von einem auf den anderen Tag wie ausgewechselt. Alle Unsicherheit war verschwunden, der Texaner hatte (dank der Einfl&#252;sterung des &bdquo;Herrn&ldquo;, den Bush bei jeder wichtigen Entscheidung betend um Rat fragt) seine wahre &bdquo;Mission&ldquo; gefunden: Bush sah und sieht sich als den &bdquo;gro&#223;en Feldherrn Gottes&ldquo;, der &bdquo;die Willigen&ldquo; in der immer w&#228;hrenden Schlacht um Gut und B&#246;se zum Sieg f&#252;hren wird. Als Bush am 10. Februar dieses Jahres verk&#252;ndete, &bdquo;Gott hat uns aufgerufen, unser Land zu verteidigen und die Welt zum Frieden zu f&#252;hren&ldquo;, war dies keine blo&#223;e Rhetorik, sondern Ausdruck des authentischen, naiven Glaubens eines fr&#252;hkindlich indoktrinierten, partiell denkgehemmten &#220;berzeugungst&#228;ters.</p>
</blockquote>
<h3>Blaue Kreuz in der ev. Kirche (BKE)</h3>
<p>Das Selbstverst&#228;ndnis des Blauen Kreuzes in der ev. Kirche (BKE) ist offensichtlich anders, liberaler.</p>
<p>Die Anbindung an eine Kirchengemeinde ist keine Pflicht, ebenso ist laut Satzung jede(r) als Mitglied willkommen, unabh&#228;ngig vom Glauben. Als therapeutische Ziele werden <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.org/cms/front_content.php?idcat=12">Gesundheit, Lebenszufriedenheit und gemeinsames Leben genannt</a>, ein christliches Bekenntnis scheint also keine Voraussetzung eines gelungenen suchtfreien Lebens zu sein.</p>
<p>(Auch der emphatische Begriff der "Befreiung" findet sich beim BKE nicht, man formuliert Abstinenz, also ein Leben ohne Sucht, nicht im religi&#246;sen Superlativ der Erl&#246;sung, der eine Umwandlung der gesamten Person meint, sondern im Komparativ weltlicher und deswegen immer auch gef&#228;hrdeter Existenz: "<a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.org/cms/front_content.php?idcat=3">ges&#252;nder, freier, un-abh&#228;ngiger</a>" sei das abstinente Leben. Das therapeutische Selbstverst&#228;ndnis ist damit nicht so fundamental an das religi&#246;se gebunden wie beim BKD.)</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Hohen Neuendorf wurden in diesem Jahr Menschen geehrt, die, so kann man auf der Website der Stadt erfahren, anderen Menschen selbstlos ihre Zeit, ihre Erfahrung und ihre Liebe schenken, indem sie diese ehrenamtlich und fern von &#214;ffentlichkeit in den gro&#223;en und kleinen Dingen des Alltags unterst&#252;tzen.</p>
<p>Auch in der Lokalpresse wurde dar&#252;ber berichtet. Geehrt wurde u.a. der Gr&#252;nder der&#160;Selbsthilfegruppe des Blauen Kreuzes in Hohen Neuendorf.&#160;</p>
<p><em>Blaues Kreuz</em>? Im Artikel auf der Website der Stadt erf&#228;hrt man nur, dass es sich dabei um eine&#160;Selbsthilfegruppe f&#252;r Suchtkranke handelt.</p>
<p>Man erf&#228;hrt leider nicht, um welches <em>Blaues Kreuz</em> es sich denn handelt, und auch nicht, dass es sich dabei um eine christlich(-diakonische) Einrichtung handelt. Denn unter dem Namen Blaues Kreuz firmieren in Deutschland gleich zwei Einrichtungen: das <em>Blaue Kreuz in der evangelischen Kirche</em> (BKE)&#160; und das <em>Blaue Kreuz in Deutschland</em> (BKD).</p>
<p>Beide Verb&#228;nde haben <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.org/cms/front_content.php?idart=21">gemeinsame Wurzeln</a>. 1902 teilte sich der Verband aufgrund un&#252;berwindbarer Konflikte. Heute arbeiten beide in Projekten und Gremien zusammen, sind aber ihrem jeweiligen Profil treu geblieben; w&#228;hrend das BKE auf einem liberalen Selbstverst&#228;ndnis gr&#252;ndet, ist das BKD deutlich konservativer und evangelikal ausgerichtet.&#160;</p>
<p>In <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.de/berlin-brb/gruppe.htm">Hohen Neuendorf</a> widmet sich eine Selbsthilfegruppe des&#160;<em>Blauen Kreuzes in Deutschland</em>&#160;(BKD) der Arbeit mit Suchtkranken.</p>
<h3 id="heading_id_3">Blaue Kreuz in Deutschland (BKD) (Hohen Neuendorf)</h3>
<p>Das Blaue Kreuz in Deutschland (BKD), ist &#160;&#252;berkonfessionell &#160;t&#228;tig, jedoch mit der &#160;<a rel="external" href="http://www.ead.de/">Evangelischen Allianz</a> verbunden, einem&#160;<a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Evangelische_Allianz">evangelikalen Netzwerk</a> von Einzelpersonen aus verschiedenen reformatorischen Kirchen, Freikirchen und&#160;Gemeinschaften.</p>
<p>In der DDR war das Blaue Kreuz als Verein verboten. Darum wurde am 1. Januar 1960 die &bdquo;Evangelische Arbeitsgemeinschaft zur Abwehr der Suchtgefahren (AGAS)&ldquo; unter dem Dach der Inneren Mission gegr&#252;ndet. Nach dem Fall der Mauer schlossen sich das Blaue Kreuz und die AGAS 1991 zusammen.</p>
<p>Das Blaue Kreuz unterst&#252;tzt, so das offizielle Selbstverst&#228;ndnis, <q>Abh&#228;ngige und Suchtgef&#228;hrdete sowie ihre Angeh&#246;rigen, einen Weg aus der Sucht zu finden und das Ziel zu erreichen: befreit leben lernen</q>.&#160;Das muss man so verstehen, dass diese Befreiung immer auch eine Befreiung zum christlichen Glauben (nach dem Verst&#228;ndnis der evangelischen Allianz) ist:</p>
<blockquote>
<p>Jesus Christus ist uns pers&#246;nlicher Bezugspunkt. Er befreit zu einem lebendigen Glauben und vermittelt Sinn, Ziel und neue Lebensinhalte. Er motiviert uns zu verantwortlichem und diakonischem Handeln. Darum sind wir offen f&#252;r alle, mit denen Gott uns Begegnung schenkt.</p>
</blockquote>
<p>Eine Selbsthilfeeinrichtung des Blauen Kreuzes in Deutschland (BKD) ist deswegen immer auch missionarisch. Genauer: das therapeutische Ziel <q>befreit zu leben</q> wird ohne das missionarische Ziel gar nicht zu erreichen sein. Von der Bindung an Suchtmittel kann man in letzter Konsequenz nur durch den Glauben befreit werden.</p>
<p>So ist das Blaue Kreuz (BKD) dann zwar&#160;<a rel="external" href="http://www.sekis-oberhavel.de/index.php?st=c&amp;m=200&amp;vr=21">"offen f&#252;r jeden"</a>, aber <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.de/index.php?id=62">Mitglied</a> kann nur werden, wer sich zu den vom BKD vorgegebenen christlichen Glaubensformeln&#160;&#160;(und nat&#252;rlich ist dieses christliche Bekenntnis nicht, wie Evangelikale gerne suggerieren, <em>das&#160;gemeinsame Bekenntnis aller Christen</em>, sondern&#160;<em>eine christliche Position unter vielen</em>)&#160;bekennt:</p>
<blockquote>
<p>Wir freuen uns sehr, dass Sie Mitglied im Blauen Kreuz in Deutschland e.V. werden wollen, denn wir sind &#252;berzeugt, dass ein solcher Schritt sowohl f&#252;r Sie als auch f&#252;r andere zum Segen werden kann.&#160;Das Blaue Kreuz will Ihnen helfen, im Glauben an Jesus Christus und in Ihrer abstinenten Lebensweise best&#228;rkt zu werden, um so vor einer Bindung an Suchtmittel bewahrt zu bleiben. Gleichzeitig bezeugen Sie durch Ihre Mitgliedschaft, dass das Evangelium und die Abstinenz die tragenden S&#228;ulen der Hilfe f&#252;r Suchtkranke und ihre Angeh&#246;rigen sind.</p>
</blockquote>
<h4 id="heading_id_4">Evangelikaler Hintergrund</h4>
<p><a rel="external" href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-56756333.html">2008 berichtet der Spiegel</a> anl&#228;sslich des <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Christival">Christivals</a> &#252;ber den Aufschwung der evangelikalen Christen in Deutschland:</p>
<blockquote>
<p>jener konservativen Protestanten, die in den USA so gut vernetzt sind, dass der m&#228;chtigste Mann der Welt, der mit ihnen sympathisierende amerikanische Pr&#228;sident, sie sehr ernst nimmt. Sie nehmen die Bibel wortw&#246;rtlich, machen mobil gegen Homosexualit&#228;t, gegen Sex vor der Ehe, gegen das Recht auf Abtreibung und die Darwinsche Evolutionstheorie. Sie wollen weltweit das Christentum voranbringen - Ungl&#228;ubige und Muslime missionieren.</p>
</blockquote>
<p>In diesem Netz sei auch das Blaue Kreuz aktiv:</p>
<blockquote>
<p>Der Christival-Vorsitzende Roland Werner predigt nicht nur hierzulande, er war Gastdozent an einer evangelikalen Theologen-Ausbildungsst&#228;tte bei Boston in den USA. Schwulsein, findet er, sei "nicht dem Willen Gottes gem&#228;&#223;". Ein anderer Christival-Mitveranstalter, der Suchthilfe-Verein Blaues Kreuz, schreibt in seiner Handreichung "Fragen nach Sexualit&#228;t und Ehe": Homosexualit&#228;t "kann geheilt werden".</p>
</blockquote>
<p>Beim ersten <q>Christival</q> 1976 der US-Amerikaner Billy Graham als Starprediger zu Gast. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des evangelikalen Glaubens und hat im Lauf von f&#252;nfzig Jahren weltweit vor insgesamt etwa 200 Millionen Menschen gepredigt. Seine Veranstaltungen bezeichnete er als <q>Kreuzz&#252;ge f&#252;r Christus</q>. Graham wurde auch <q>Maschinengewehr Gottes</q> genannt. (Quelle: <a rel="external" href="http://books.google.de/books?id=Ta7ZmTiWVa8C&amp;lpg=PA245&amp;ots=3N07JyvKbh&amp;dq=christival%20mission%20gottesreich&amp;hl=de&amp;pg=PP1#v=onepage&amp;q&amp;f=false">Lambrecht, Oda / Baars, Christian: Mission Gottesreich</a>)</p>
<p>Und zu dem vom Blauen Kreuz (BKD) angebotenen Material geh&#246;ren nat&#252;rlich auch Predigten von <a rel="external" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Billy_Graham">Billy Graham</a>. Der amerikanische Pr&#228;sident Bush wurde nach eigenen Aussagen bei der &#220;berwindung seiner Alkoholprobleme entscheidend durch den evangelikalen Prediger unterst&#252;tzt. Die Geschichte ist bekannt, <a rel="external" href="http://www.schmidt-salomon.de/editMIZ103.htm">so erz&#228;hlt sie Michael Schmidt-Salomon</a>:</p>
<blockquote>
<p>Nach einem hemmungslosen Saufgelage entdeckte der mittlerweile 40-j&#228;hrige Bush junior (so will es die offiziell verbreitete Bekehrungslegende) jenes lang verdr&#228;ngte Idol wieder, das man ihm in seiner Kindheit als den &bdquo;gr&#246;&#223;ten F&#252;rsten der Welt&ldquo; verkauft hatte: Jesus Christus. Von da an war Bushs Aufstieg nicht mehr aufzuhalten. Der wiedergeborene Christ avancierte zum m&#228;chtigsten Mann der Welt, was die Welt vielleicht noch einigerma&#223;en verkraftet h&#228;tte, w&#228;re da nicht der 11. September dazwischen gekommen. Wie Vertraute des Pr&#228;sidenten berichteten, war Bush von einem auf den anderen Tag wie ausgewechselt. Alle Unsicherheit war verschwunden, der Texaner hatte (dank der Einfl&#252;sterung des &bdquo;Herrn&ldquo;, den Bush bei jeder wichtigen Entscheidung betend um Rat fragt) seine wahre &bdquo;Mission&ldquo; gefunden: Bush sah und sieht sich als den &bdquo;gro&#223;en Feldherrn Gottes&ldquo;, der &bdquo;die Willigen&ldquo; in der immer w&#228;hrenden Schlacht um Gut und B&#246;se zum Sieg f&#252;hren wird. Als Bush am 10. Februar dieses Jahres verk&#252;ndete, &bdquo;Gott hat uns aufgerufen, unser Land zu verteidigen und die Welt zum Frieden zu f&#252;hren&ldquo;, war dies keine blo&#223;e Rhetorik, sondern Ausdruck des authentischen, naiven Glaubens eines fr&#252;hkindlich indoktrinierten, partiell denkgehemmten &#220;berzeugungst&#228;ters.</p>
</blockquote>
<h3>Blaue Kreuz in der ev. Kirche (BKE)</h3>
<p>Das Selbstverst&#228;ndnis des Blauen Kreuzes in der ev. Kirche (BKE) ist offensichtlich anders, liberaler.</p>
<p>Die Anbindung an eine Kirchengemeinde ist keine Pflicht, ebenso ist laut Satzung jede(r) als Mitglied willkommen, unabh&#228;ngig vom Glauben. Als therapeutische Ziele werden <a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.org/cms/front_content.php?idcat=12">Gesundheit, Lebenszufriedenheit und gemeinsames Leben genannt</a>, ein christliches Bekenntnis scheint also keine Voraussetzung eines gelungenen suchtfreien Lebens zu sein.</p>
<p>(Auch der emphatische Begriff der "Befreiung" findet sich beim BKE nicht, man formuliert Abstinenz, also ein Leben ohne Sucht, nicht im religi&#246;sen Superlativ der Erl&#246;sung, der eine Umwandlung der gesamten Person meint, sondern im Komparativ weltlicher und deswegen immer auch gef&#228;hrdeter Existenz: "<a rel="external" href="http://www.blaues-kreuz.org/cms/front_content.php?idcat=3">ges&#252;nder, freier, un-abh&#228;ngiger</a>" sei das abstinente Leben. Das therapeutische Selbstverst&#228;ndnis ist damit nicht so fundamental an das religi&#246;se gebunden wie beim BKD.)</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Bioliberalismus</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/732</link>
   <pubDate>Thu, 03 May 2012 06:20:06 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Einen Blick in Dietmat Daths und Barabara Kirchnes monumentales Werk &#252;ber Idee und Geschichte sozialen Fortschritts zu werfen, das den seltsamen Titel "Der Implex" tr&#228;gt, lohnt schon dieser sch&#246;nen Charakterisierung (neo-)liberal-(sozial-)darwinistischer Glaubenslehren wegen, die das Marktgeschehen von Angebot und Nachfrage zu evolution&#228;rem Selektionsdruck verkl&#228;ren:</p>
<blockquote>
<p>positivistisch lackierte Raubtiernihilismus postaufgekl&#228;rter Bioliberaler</p>
</blockquote>
<p>Das sitzt und passt. Da braucht man keine Faust aufs Auge mehr.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Einen Blick in Dietmat Daths und Barabara Kirchnes monumentales Werk &#252;ber Idee und Geschichte sozialen Fortschritts zu werfen, das den seltsamen Titel "Der Implex" tr&#228;gt, lohnt schon dieser sch&#246;nen Charakterisierung (neo-)liberal-(sozial-)darwinistischer Glaubenslehren wegen, die das Marktgeschehen von Angebot und Nachfrage zu evolution&#228;rem Selektionsdruck verkl&#228;ren:</p>
<blockquote>
<p>positivistisch lackierte Raubtiernihilismus postaufgekl&#228;rter Bioliberaler</p>
</blockquote>
<p>Das sitzt und passt. Da braucht man keine Faust aufs Auge mehr.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Heinrich Mann über die soziale Dimension der Demokratie</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/731</link>
   <pubDate>Wed, 02 May 2012 07:12:00 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Der Hohen Neuendorfer B&#252;rgermeister hat beim Stadtempfang am 28. M&#228;rz 2012 eine Rede gehalten, deren Leitgedanke auf der Website der Stadt durch ein Zitat formuliert wird.</p>
<blockquote>
<p>Demokratie ist die Anerkennung, dass wir, sozial genommen, alle f&#252;reinander Verantwortung &#252;bernehmen.</p>
</blockquote>
<p>Keine Ahnung, ob das <a rel="external" href="http://www.hohen-neuendorf.de/hnd/presse/presse.htm#zwei">Zitat</a> auch in der Rede gefallen ist, auf jeden Fall stammt es nicht von Thomas, sondern von Heinrich Mann und wird von <a rel="external" href="http://www.heinrich-mann-schule.de/b_profil/selbst.html">Schulen</a>, <a rel="external" href="http://www.stadtteilarbeit.de/themen-bb/einfuehrung-praxis/153-bedingungen-buergerbeteiligung.html">B&#252;rgerinitiativen</a> und <a rel="external" href="http://forum.freenet.de/showthread.php?t=60087">Oskar Lafontaine</a> gerne verwendet.</p>
<p>Im Original:</p>
<blockquote>
<p>Demokratie ist im Grunde die Anerkennung, da&#223; wir, sozial genommen, alle f&#252;reinander verantwortlich sind.</p>
</blockquote>
<p>Und im gr&#246;&#223;eren Zusammenhang seiner Rede "Der tiefere Sinn der Republik":</p>
<blockquote>
<p>Dem republikanischen Geiste am fremdesten ist die Verweigerung des Rechtes zum Schaden Schwacher, ist der Zusammenschlu&#223; aller derer, die schon in Besitz und Macht sind, gegen alle jene, die erst noch hinstreben. So darf das Leben nicht aussehen. Das ist sein h&#228;&#223;lichster Zustand, wenn auch dem urspr&#252;nglichen Menschen nur zu sehr gewohnt. Menschen sind von Natur nicht gut, und nichts bedarf so langer Lehre und &#220;bung wie Gerechtigkeit. Aber welchen Sinn h&#228;tte denn Demokratie, wenn sie uns nicht gerechter machte! Demokratie ist im Grunde die Anerkennung, da&#223; wir, sozial genommen, alle f&#252;reinander verantwortlich sind. Keiner hat einzeln volle Geltung oder auch nur wirkliches Leben. Was wir sind und vollbringen, ist bedingt durch alle, und alle helfen uns. Die Gesellschaft hilft jedem von uns, seinen Besitz zu erwerben. So reich er auch sei, er konnte es ohne uns alle nicht werden. Sogar die pers&#246;nlichste aller Arbeiten, der Gedanke, wird hervorgebracht im Denker durch die ganze mitlebende Welt.</p>
</blockquote>
<p>Leider ist durch die fehlerhafte Wiedergabe auch die Pointe des Zitats auf der Strecke geblieben, um die sich auch die Rede des B&#252;rgermeisters gedreht zu haben scheint. Denn entscheidend ist, dass wir verantwortlich <em>sind</em>, nicht, dass wir Verantwortung &#252;bernehmen.</p>
<p>Heinrich Mann ist kein Pastor und nicht Bundespr&#228;sident Gauck, bei dem man ja nie wei&#223;, wovon er eigentlich redet und was Freiheit und Verantwortung nun eigentlich hei&#223;en, weil es ihm vor allem auf den Wallungswert der Worte ankommt, auf Rhetorik; es geht Heinrich Mann durchaus nicht darum, dass wir alle f&#252;reinander Verantwortung &#252;bernehmen <em>sollen</em>.</p>
<p>Der Dreh- und Angelpunkt seines Gedankens ist, und das ist etwas anderes, dass wir als soziale Wesen notwendig aufeinander verwiesen <em>sind</em> und gar nicht anders k&#246;nnen als <em>f&#252;r einander da zu sein</em>. Wir haben es mit der Anerkennung eines sozial-ontologischen Faktums zu tun, unseres nat&#252;rlichen und als solches eben sozialen Menschenwesens, nicht mit einer moralischen Forderung.</p>
<p>Insofern w&#228;re Demokratie, folgt man Heinricht Mann, das naturrechtliche Gesetz unseres Zusammenlebens.</p>
<p>Es geht Heinrich Mann damit um die sozialen Voraussetzungen der Demokratie, ohne die jede Chance zur Partizipation blo&#223; formal bleibt.&#160;Heinrich Mann macht darauf aufmerksam, dass wir immer schon auf einander angewiesen sind, ob wir nun wollen oder nicht. Demokratie ist die politische Institution, die auf die unhintergehbare soziale Bed&#252;rftigkeit des Menschen antwortet, auf die Erfahrung, dass wir die anderen brauchen und sie uns.</p>
<p>Mit diesem Gedanken kann man dann auch gleich die gel&#228;ufige Opposition von Freiheit und Gleichheit als scheinhaft erkennen, die dumme bin&#228;re Alternative von Individuum und Kollektiv. Gleich sind wir immer auch insofern, als wir auf andere verwiesen sind. Und die Freiheit des Einzelnen wird durch Gleichheit nicht etwa bedroht, sondern Freiheit selbst ist eine soziale Relation kein individueller Status.</p>
<p>Die Pointe des Zitats l&#228;uft auf eine paulinische Konzeption des Politischen hinaus, denn Paulus ist der Erfinder des Universalismus, der Idee, dass es auch politisch (und nicht nur theologisch) nur um<em> alle</em> gehen kann: es geht um die notwendige Teilhabe&#160;<em>aller</em> am demokratischen Prozess, nicht blo&#223; einer Minderheit, die Zeit und Geld dazu hat, die f&#252;r das Politische notwendige Mu&#223;e.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Der Hohen Neuendorfer B&#252;rgermeister hat beim Stadtempfang am 28. M&#228;rz 2012 eine Rede gehalten, deren Leitgedanke auf der Website der Stadt durch ein Zitat formuliert wird.</p>
<blockquote>
<p>Demokratie ist die Anerkennung, dass wir, sozial genommen, alle f&#252;reinander Verantwortung &#252;bernehmen.</p>
</blockquote>
<p>Keine Ahnung, ob das <a rel="external" href="http://www.hohen-neuendorf.de/hnd/presse/presse.htm#zwei">Zitat</a> auch in der Rede gefallen ist, auf jeden Fall stammt es nicht von Thomas, sondern von Heinrich Mann und wird von <a rel="external" href="http://www.heinrich-mann-schule.de/b_profil/selbst.html">Schulen</a>, <a rel="external" href="http://www.stadtteilarbeit.de/themen-bb/einfuehrung-praxis/153-bedingungen-buergerbeteiligung.html">B&#252;rgerinitiativen</a> und <a rel="external" href="http://forum.freenet.de/showthread.php?t=60087">Oskar Lafontaine</a> gerne verwendet.</p>
<p>Im Original:</p>
<blockquote>
<p>Demokratie ist im Grunde die Anerkennung, da&#223; wir, sozial genommen, alle f&#252;reinander verantwortlich sind.</p>
</blockquote>
<p>Und im gr&#246;&#223;eren Zusammenhang seiner Rede "Der tiefere Sinn der Republik":</p>
<blockquote>
<p>Dem republikanischen Geiste am fremdesten ist die Verweigerung des Rechtes zum Schaden Schwacher, ist der Zusammenschlu&#223; aller derer, die schon in Besitz und Macht sind, gegen alle jene, die erst noch hinstreben. So darf das Leben nicht aussehen. Das ist sein h&#228;&#223;lichster Zustand, wenn auch dem urspr&#252;nglichen Menschen nur zu sehr gewohnt. Menschen sind von Natur nicht gut, und nichts bedarf so langer Lehre und &#220;bung wie Gerechtigkeit. Aber welchen Sinn h&#228;tte denn Demokratie, wenn sie uns nicht gerechter machte! Demokratie ist im Grunde die Anerkennung, da&#223; wir, sozial genommen, alle f&#252;reinander verantwortlich sind. Keiner hat einzeln volle Geltung oder auch nur wirkliches Leben. Was wir sind und vollbringen, ist bedingt durch alle, und alle helfen uns. Die Gesellschaft hilft jedem von uns, seinen Besitz zu erwerben. So reich er auch sei, er konnte es ohne uns alle nicht werden. Sogar die pers&#246;nlichste aller Arbeiten, der Gedanke, wird hervorgebracht im Denker durch die ganze mitlebende Welt.</p>
</blockquote>
<p>Leider ist durch die fehlerhafte Wiedergabe auch die Pointe des Zitats auf der Strecke geblieben, um die sich auch die Rede des B&#252;rgermeisters gedreht zu haben scheint. Denn entscheidend ist, dass wir verantwortlich <em>sind</em>, nicht, dass wir Verantwortung &#252;bernehmen.</p>
<p>Heinrich Mann ist kein Pastor und nicht Bundespr&#228;sident Gauck, bei dem man ja nie wei&#223;, wovon er eigentlich redet und was Freiheit und Verantwortung nun eigentlich hei&#223;en, weil es ihm vor allem auf den Wallungswert der Worte ankommt, auf Rhetorik; es geht Heinrich Mann durchaus nicht darum, dass wir alle f&#252;reinander Verantwortung &#252;bernehmen <em>sollen</em>.</p>
<p>Der Dreh- und Angelpunkt seines Gedankens ist, und das ist etwas anderes, dass wir als soziale Wesen notwendig aufeinander verwiesen <em>sind</em> und gar nicht anders k&#246;nnen als <em>f&#252;r einander da zu sein</em>. Wir haben es mit der Anerkennung eines sozial-ontologischen Faktums zu tun, unseres nat&#252;rlichen und als solches eben sozialen Menschenwesens, nicht mit einer moralischen Forderung.</p>
<p>Insofern w&#228;re Demokratie, folgt man Heinricht Mann, das naturrechtliche Gesetz unseres Zusammenlebens.</p>
<p>Es geht Heinrich Mann damit um die sozialen Voraussetzungen der Demokratie, ohne die jede Chance zur Partizipation blo&#223; formal bleibt.&#160;Heinrich Mann macht darauf aufmerksam, dass wir immer schon auf einander angewiesen sind, ob wir nun wollen oder nicht. Demokratie ist die politische Institution, die auf die unhintergehbare soziale Bed&#252;rftigkeit des Menschen antwortet, auf die Erfahrung, dass wir die anderen brauchen und sie uns.</p>
<p>Mit diesem Gedanken kann man dann auch gleich die gel&#228;ufige Opposition von Freiheit und Gleichheit als scheinhaft erkennen, die dumme bin&#228;re Alternative von Individuum und Kollektiv. Gleich sind wir immer auch insofern, als wir auf andere verwiesen sind. Und die Freiheit des Einzelnen wird durch Gleichheit nicht etwa bedroht, sondern Freiheit selbst ist eine soziale Relation kein individueller Status.</p>
<p>Die Pointe des Zitats l&#228;uft auf eine paulinische Konzeption des Politischen hinaus, denn Paulus ist der Erfinder des Universalismus, der Idee, dass es auch politisch (und nicht nur theologisch) nur um<em> alle</em> gehen kann: es geht um die notwendige Teilhabe&#160;<em>aller</em> am demokratischen Prozess, nicht blo&#223; einer Minderheit, die Zeit und Geld dazu hat, die f&#252;r das Politische notwendige Mu&#223;e.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Lieder vom Mai</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/730</link>
   <pubDate>Tue, 01 May 2012 17:01:49 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/0AOKb5z0-9g" width="420" height="315" frameborder="0"></iframe> <iframe src="http://www.youtube.com/embed/g1NRLl2wgcA" width="420" height="315" frameborder="0"></iframe></p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p><iframe src="http://www.youtube.com/embed/0AOKb5z0-9g" width="420" height="315" frameborder="0"></iframe> <iframe src="http://www.youtube.com/embed/g1NRLl2wgcA" width="420" height="315" frameborder="0"></iframe></p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Frieden statt Arbeit</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/729</link>
   <pubDate>Tue, 01 May 2012 08:03:08 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Wer tr&#228;umt noch von rastloser T&#228;tigkeit des Menschengeschlechts und erhofft sich eingedenk des negativen Charakters von Arbeit &amp; Technik ausgerechnet von der Entfesselung der Produktivkr&#228;fte die Befreiung der Gesellschaft?</p>
<p>Arbeit, selbst zum Fetisch geworden wie ihre Produkte, die Waren, kann nicht l&#228;nger positiv bestimmt werden. Aus den Tr&#228;umen von der Selbstverwirklichung der Gattung durch Arbeit ist der Alptraum ihrer Selbstdestruktion durch Technik und instrumentelle Vernunft geworden.</p>
<blockquote>
<p>Rien faire comme une b&#234;te, auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen, <q>sein, sonst nichts, ohne alle weitere Bestimmung und Erf&#252;llung</q> k&#246;nnte an Stelle von Proze&#223;, Tun, Erf&#252;llen treten und so wahrhaft das Versprechen der dialektischen Logik einl&#246;sen, in ihren Ursprung zu m&#252;nden. Keiner unter den abstrakten Begriffen kommt der erf&#252;llten Utopie n&#228;her als der vom ewigen Frieden. (Theodor W. Adorno)</p>
</blockquote> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Wer tr&#228;umt noch von rastloser T&#228;tigkeit des Menschengeschlechts und erhofft sich eingedenk des negativen Charakters von Arbeit &amp; Technik ausgerechnet von der Entfesselung der Produktivkr&#228;fte die Befreiung der Gesellschaft?</p>
<p>Arbeit, selbst zum Fetisch geworden wie ihre Produkte, die Waren, kann nicht l&#228;nger positiv bestimmt werden. Aus den Tr&#228;umen von der Selbstverwirklichung der Gattung durch Arbeit ist der Alptraum ihrer Selbstdestruktion durch Technik und instrumentelle Vernunft geworden.</p>
<blockquote>
<p>Rien faire comme une b&#234;te, auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen, <q>sein, sonst nichts, ohne alle weitere Bestimmung und Erf&#252;llung</q> k&#246;nnte an Stelle von Proze&#223;, Tun, Erf&#252;llen treten und so wahrhaft das Versprechen der dialektischen Logik einl&#246;sen, in ihren Ursprung zu m&#252;nden. Keiner unter den abstrakten Begriffen kommt der erf&#252;llten Utopie n&#228;her als der vom ewigen Frieden. (Theodor W. Adorno)</p>
</blockquote> ]]></content:encoded>
    <guid isPermaLink="true">http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/729</guid>
</item>
            <item>
    <title>Gegen anti-judaistisches Ressentiment - Detlef Hecking liest das Vermächtnis des Jacob Taubes</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/728</link>
   <pubDate>Mon, 30 Apr 2012 07:44:06 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Detlef Hecking liest das Verm&#228;chtnis des Jacob Taubes aus dessen Intepretation von R&#246;m 8,31-39. Die politische Theologie des Paulus konzentriert sich in dieser Stelle wie in einem Brennglas. Es geht um die Rettung aller und die jede Trennung &#252;berwindende Liebe Gottes.</p>
<p>Die paulinischen Trennungs&#228;ngste m&#252;ssen vor dem konkreten historisch-soziologischen Hintergrund verstanden werden:</p>
<blockquote>
<p>In Rom jedoch waren die Judenchristen in der Minderheit: Paulus bezeichnet sie in R&#246;m 14 als &#171;Schwache&#187; und fordert die (&#171;starken&#187;) Heidenchristen zur R&#252;cksichtnahme auf. Dies illustriert die komplexen Gruppenkonflikte im 1. Jh. n. Chr.. Die neutestamentliche Forschung hat diese Prozesse zunehmend sachgerechter aufgearbeitet. Dabei ist auch in den Blick gekommen, dass sich alle Seiten Juden, Judenchristen und Heidenchristen durch Ausschluss-Mechanismen gegenseitig viel Leid zugef&#252;gt haben. (...) Sp&#228;testens mit dem fragw&#252;rdigen &#171;Aufstieg&#187; des Christentums zur Staats(tragenden)-Religion hat sich das Blatt jedoch bitter und blutig gegen die j&#252;dischen Gemeinden gekehrt, wobei die judenchristlichen Gruppen zwischen die Fronten gerieten und untergingen. Vor dem Hintergrund des nach wie vor latenten christlichen Antijudaismus ist eine historisch sorgf&#228;ltige Aufarbeitung dieser Prozesse deshalb nicht unproblematisch: Allzu leicht kann die Erkenntnis, dass ein Teil der fr&#252;hen Christen/Christinnen zun&#228;chst von einer j&#252;dischen oder judenchristlichen Mehrheit ausgegrenzt wurden, wieder zu den traditionellen antij&#252;dischen Ressentiments f&#252;hren.</p>
</blockquote>
<p>Genau dieses antij&#252;dische Ressentiment, das nach Auschwitz von t&#246;dlichem Antisemitismus nicht mehr zu unterscheiden ist, wird heute bei christlichen Evangelikalen wieder hemmungslos gepflegt, indem man meint, theologisch an den traditionellen Protestantismus des 19. Jhs. anschlie&#223;en zu k&#246;nnen. Die Juden, hei&#223;t das, sollen wieder den Preis f&#252;r ihren Trotz/Unglauben bezahlen.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Detlef Hecking liest das Verm&#228;chtnis des Jacob Taubes aus dessen Intepretation von R&#246;m 8,31-39. Die politische Theologie des Paulus konzentriert sich in dieser Stelle wie in einem Brennglas. Es geht um die Rettung aller und die jede Trennung &#252;berwindende Liebe Gottes.</p>
<p>Die paulinischen Trennungs&#228;ngste m&#252;ssen vor dem konkreten historisch-soziologischen Hintergrund verstanden werden:</p>
<blockquote>
<p>In Rom jedoch waren die Judenchristen in der Minderheit: Paulus bezeichnet sie in R&#246;m 14 als &#171;Schwache&#187; und fordert die (&#171;starken&#187;) Heidenchristen zur R&#252;cksichtnahme auf. Dies illustriert die komplexen Gruppenkonflikte im 1. Jh. n. Chr.. Die neutestamentliche Forschung hat diese Prozesse zunehmend sachgerechter aufgearbeitet. Dabei ist auch in den Blick gekommen, dass sich alle Seiten Juden, Judenchristen und Heidenchristen durch Ausschluss-Mechanismen gegenseitig viel Leid zugef&#252;gt haben. (...) Sp&#228;testens mit dem fragw&#252;rdigen &#171;Aufstieg&#187; des Christentums zur Staats(tragenden)-Religion hat sich das Blatt jedoch bitter und blutig gegen die j&#252;dischen Gemeinden gekehrt, wobei die judenchristlichen Gruppen zwischen die Fronten gerieten und untergingen. Vor dem Hintergrund des nach wie vor latenten christlichen Antijudaismus ist eine historisch sorgf&#228;ltige Aufarbeitung dieser Prozesse deshalb nicht unproblematisch: Allzu leicht kann die Erkenntnis, dass ein Teil der fr&#252;hen Christen/Christinnen zun&#228;chst von einer j&#252;dischen oder judenchristlichen Mehrheit ausgegrenzt wurden, wieder zu den traditionellen antij&#252;dischen Ressentiments f&#252;hren.</p>
</blockquote>
<p>Genau dieses antij&#252;dische Ressentiment, das nach Auschwitz von t&#246;dlichem Antisemitismus nicht mehr zu unterscheiden ist, wird heute bei christlichen Evangelikalen wieder hemmungslos gepflegt, indem man meint, theologisch an den traditionellen Protestantismus des 19. Jhs. anschlie&#223;en zu k&#246;nnen. Die Juden, hei&#223;t das, sollen wieder den Preis f&#252;r ihren Trotz/Unglauben bezahlen.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Auswahlmenüs mit CSS gestalten</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/727</link>
   <pubDate>Thu, 26 Apr 2012 08:03:07 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Mit modernen Browsern und den von ihnen unterst&#252;tzten CSS-Selektoren kann man Ausklapplisten ganz nach Wunsch gestalten.</p>
<p>So k&#246;nnen sich Farbe und Hintergrund der Optionen abwechseln und die jeweils ausgew&#228;hlte Option kann deutlich hervorgehoben werden.</p>
<p>&#160;</p>
<pre class="brush:css ; dpcode">.xar-form option:nth-child(odd) {
    background-color:#f0f0f0;
    color:#333;
}

.xar-form option:nth-child(even) {
    background-color:#e0e0e0;
    color:#333;
}

.xar-form option[selected] {
    color:#f00;
    font-weight:bold;
}</pre> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Mit modernen Browsern und den von ihnen unterst&#252;tzten CSS-Selektoren kann man Ausklapplisten ganz nach Wunsch gestalten.</p>
<p>So k&#246;nnen sich Farbe und Hintergrund der Optionen abwechseln und die jeweils ausgew&#228;hlte Option kann deutlich hervorgehoben werden.</p>
<p>&#160;</p>
<pre class="brush:css ; dpcode">.xar-form option:nth-child(odd) {
    background-color:#f0f0f0;
    color:#333;
}

.xar-form option:nth-child(even) {
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    color:#333;
}

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    color:#f00;
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</item>
            <item>
    <title>Revolution in Portugal</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/726</link>
   <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 07:59:02 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Auch diese Revolution wurde schon im Fernsehen übertragen und durchs Radio angesagt.</p>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/ci76cKwFLDs">
        <param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ci76cKwFLDs"/>
   </object></p>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/ti8AsJZdbDU">
        <param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ti8AsJZdbDU"/>
   </object></p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Auch diese Revolution wurde schon im Fernsehen übertragen und durchs Radio angesagt.</p>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/ci76cKwFLDs">
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   </object></p>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/ti8AsJZdbDU">
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   </object></p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Inka Gossmann- Reetz kämpft um Bundestagsmandat</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/725</link>
   <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 07:44:03 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Die Vorsitzende des Hohen Neuendorfer und damit gr&#246;&#223;ten Oberhaveler Ortsvereins will in den Bundestag.</p>
<p>Auf dem  Fr&#252;hjahrempfang hat Gossmann- Reetz j&#252;ngst erkl&#228;rt, um das Bundestagsmandat f&#252;r den Wahlkreis Oberhavel/Havelland II k&#228;mpfen zu wollen:</p>
<blockquote>
<p>Unter dem tosenden Beifall der G&#228;ste</p>
</blockquote>
<p>Entschieden &#252;ber die SPD- Kandidatur zum Deutschen Bundestag wird auf der Delegierten- Konferenz am 25. August 2012, zu der alle Ortsvereine des Wahlkreises Oberhavel/Havelland II ihre Delegierten entsenden.</p>
<p>&#220;ber das lokalpolitische Engagement der SPD Hohen Neuendorf kann man sich auf der <a rel="nofollow" href="http://spdnet.sozi.info/brandenburg/ohv/hohenneu/index.php">Website der Partei</a> informieren.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Die Vorsitzende des Hohen Neuendorfer und damit gr&#246;&#223;ten Oberhaveler Ortsvereins will in den Bundestag.</p>
<p>Auf dem  Fr&#252;hjahrempfang hat Gossmann- Reetz j&#252;ngst erkl&#228;rt, um das Bundestagsmandat f&#252;r den Wahlkreis Oberhavel/Havelland II k&#228;mpfen zu wollen:</p>
<blockquote>
<p>Unter dem tosenden Beifall der G&#228;ste</p>
</blockquote>
<p>Entschieden &#252;ber die SPD- Kandidatur zum Deutschen Bundestag wird auf der Delegierten- Konferenz am 25. August 2012, zu der alle Ortsvereine des Wahlkreises Oberhavel/Havelland II ihre Delegierten entsenden.</p>
<p>&#220;ber das lokalpolitische Engagement der SPD Hohen Neuendorf kann man sich auf der <a rel="nofollow" href="http://spdnet.sozi.info/brandenburg/ohv/hohenneu/index.php">Website der Partei</a> informieren.</p> ]]></content:encoded>
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</item>
            <item>
    <title>Openphoto unter ISPConfig installieren</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/724</link>
   <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 07:26:01 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Kaum wei&#223; man, wie es richtig geht, funktioniert's auch schon. Nachdem es erst gar nicht wollte, l&#228;uft jetzt Openphoto auf dem Server, der mit ISPConfig gewartet wird.</p>
<p>Prinzipiell ist die Installation in drei Minuten erledigt: <code>git clone git://github.com/openphoto/frontend.git /var/www/yourdomain.com</code> und dann geht's weiter wie in der <a rel="external" href="http://theopenphotoproject.org/documentation/guide/InstallationUbuntuApache">Anleitung</a> beschrieben.</p>
<p>Einzige Haken: Da das Docroot-Verzeichnis in <code>openphoto/src/html</code> liegt, musste ich in ISPConfig eine Umleitung (Typ <q>L</q>) nach <code>/openphoto/src/html/</code> anlegen.</p>
<p>Daraus ergab sich dann leider ein 500 Internal Server Error. Um den zu flicken, muss in der <code>.htaccess</code> im Docroot-Verzeichnis eine Slash zu folgender RewriteRule hinzugef&#252;gt werden: <code>#RewriteRule ^(.*)\?*$ index.php?__route__=/$1 [L,QSA]</code>. Das Ergebnis sieht's so aus: <code>RewriteRule ^(.*)\?*$ <strong>/</strong>index.php?__route__=/$1 [L,QSA]</code>.</p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Kaum wei&#223; man, wie es richtig geht, funktioniert's auch schon. Nachdem es erst gar nicht wollte, l&#228;uft jetzt Openphoto auf dem Server, der mit ISPConfig gewartet wird.</p>
<p>Prinzipiell ist die Installation in drei Minuten erledigt: <code>git clone git://github.com/openphoto/frontend.git /var/www/yourdomain.com</code> und dann geht's weiter wie in der <a rel="external" href="http://theopenphotoproject.org/documentation/guide/InstallationUbuntuApache">Anleitung</a> beschrieben.</p>
<p>Einzige Haken: Da das Docroot-Verzeichnis in <code>openphoto/src/html</code> liegt, musste ich in ISPConfig eine Umleitung (Typ <q>L</q>) nach <code>/openphoto/src/html/</code> anlegen.</p>
<p>Daraus ergab sich dann leider ein 500 Internal Server Error. Um den zu flicken, muss in der <code>.htaccess</code> im Docroot-Verzeichnis eine Slash zu folgender RewriteRule hinzugef&#252;gt werden: <code>#RewriteRule ^(.*)\?*$ index.php?__route__=/$1 [L,QSA]</code>. Das Ergebnis sieht's so aus: <code>RewriteRule ^(.*)\?*$ <strong>/</strong>index.php?__route__=/$1 [L,QSA]</code>.</p> ]]></content:encoded>
    <guid isPermaLink="true">http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/724</guid>
</item>
            <item>
    <title>Geist und Wort</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/723</link>
   <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 06:53:16 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Theologisch sind die entscheidenen Differenzen unter christlichen Fundamentalisten gering, rhetorisch allerdings sind die Vertreter der Br&#252;derbewegung eher verdruckst &amp; verkniffen.</p>
<p>Das nennt man in den eigenen Kreisen dann gerne n&#252;chtern, um sich vom Enthusiasmus der Pfingstgemeinden abzugrenzen. So wird bibeltreuer Buchstabenglaube zum Synonym von Geistlosigkeit.</p>
<p>Der Film zeigt Klaus G&#252;ntzschel, der bei Lychen das <a href="notizen/686">christliche Freizeitgel&#228;nde Reiherhals und den Daniel-Verlag</a> betreibt, w&#228;hrend einer Predigt in Rum&#228;nien.</p>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/BkR9zxTxIaw">
        <param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/BkR9zxTxIaw"/>
   </object></p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Theologisch sind die entscheidenen Differenzen unter christlichen Fundamentalisten gering, rhetorisch allerdings sind die Vertreter der Br&#252;derbewegung eher verdruckst &amp; verkniffen.</p>
<p>Das nennt man in den eigenen Kreisen dann gerne n&#252;chtern, um sich vom Enthusiasmus der Pfingstgemeinden abzugrenzen. So wird bibeltreuer Buchstabenglaube zum Synonym von Geistlosigkeit.</p>
<p>Der Film zeigt Klaus G&#252;ntzschel, der bei Lychen das <a href="notizen/686">christliche Freizeitgel&#228;nde Reiherhals und den Daniel-Verlag</a> betreibt, w&#228;hrend einer Predigt in Rum&#228;nien.</p>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/BkR9zxTxIaw">
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</item>
            <item>
    <title>(Kein) Aufstand in Portugal</title>
    <link>http://scharfschwerdtstrasse43.de/notizen/722</link>
   <pubDate>Wed, 25 Apr 2012 06:33:38 GMT</pubDate>
    <description><![CDATA[ <p>Die Berliner Zeitung schreibt heute zur Lage in Portugal, nachdem L&#246;hne, Renten und Sozialleistungen radikal gek&#252;rzt wurden:</p>
<blockquote>
<p>Gr&#246;&#223;ere Aufst&#228;nde hat es bislang nicht gegeben.</p>
</blockquote>
<h3>Comunicados as For&#231;as Armadas (25. April 1974)</h3>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/zmPAlc9h1GQ">
        <param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/zmPAlc9h1GQ"/>
   </object></p> ]]></description>
    <content:encoded><![CDATA[ <p>Die Berliner Zeitung schreibt heute zur Lage in Portugal, nachdem L&#246;hne, Renten und Sozialleistungen radikal gek&#252;rzt wurden:</p>
<blockquote>
<p>Gr&#246;&#223;ere Aufst&#228;nde hat es bislang nicht gegeben.</p>
</blockquote>
<h3>Comunicados as For&#231;as Armadas (25. April 1974)</h3>
<p><object class="xar-autolinks-video-youtube" type="application/x-shockwave-flash" style="width:425px; height:355px;" data="http://www.youtube.com/v/zmPAlc9h1GQ">
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